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Belgien und Swissair wollen über Sabena verhandeln

In den Verhandlungen zwischen der belgischen Regierung und dem Schweizer Luftfahrtkonzern Swissair Group über die Zukunft der angeschlagenen belgischen Fluglinie Sabena zeichnet sich eine erste Lösung ab. Nach Angaben aus belgischen Gewerkschaftskreisen vom Donnerstag bestehe zwischen den Verhandlungspartnern im Grundsatz Einigkeit darüber, die Vereinbarung neu zu verhandeln, die Swissair verpflichtet, ihre Sabena-Beteiligung auf 85 von derzeit 49,5 Prozent zu erhöhen.

Reuters BRÜSSEL. "(Swissair-Konzernchef) Corti hat uns gesagt, dass es eine prinzipielle Vereinbarung mit Belgien zu Neuverhandlung gibt", sagte Inge Vervotte von der christlich-demokratischen Gewerkschaft. Zuvor war der Swissair-Chef mit Vertretern der Gewerkschaften, die die Sabena-Angestellten vertreten, zusammengetroffen.

Nach Angaben eines Swissair-Sprechers handelte es sich um ein spontan arrangiertes Gespräch in Zürich, bei dem es um den Austausch von Informationen gegangen sei. Sabena-Gewerkschafter waren nach Zürich gekommen, um auf dem Flughafen Flugblätter zu verteilen und um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Swissair sucht Weg aus der Verpflichtung

Swissair sucht einen Weg aus der Verpflichtung, ihren Sabena-Anteil aufstocken zu müssen. Belgien, das die restlichen 50,5 Prozent besitzt, hatte zuletzt noch mit einer Klage gedroht, sollte Swissair nicht zu der Vereinbarung stehen, die der frühere Swissair-Konzernchef Eric Honegger im Januar vertraglich fixiert hatte.

Weiteren Angaben des Gewerkschaftsfunktionärs zufolge würde Swissair einen nicht genannten Betrag an Belgien zahlen, um die Sabena-Beteiligung bei 49,5 Prozent belassen zu können. Über die Höhe der Zahlung seien Swissair und die Regierung weiter uneinig, sagte Vervotte.

In belgischen Regierungskreisen hieß es, die Regierung sei niemals grundsätzlich gegen eine Neuverhandlung der Erhöhungsklausel gewesen. Bisher hätten die Gespräche aber noch keine akzeptable Lösung aufgezeigt.

Der Swissair-Sprecher sagte weiter, ein Verkauf der bestehenden Beteiligung stehe nicht auf der Tagesordnung, eine Aufstockung der Beteiligung mache heute aber keinen Sinn. Das habe Konzernchef Corti deutlich gemacht.

Swissair: Sabana-Business-Plan zu schwach

Der Sprecher sagte weiter, der Business-Plan, den Sabena vorgelegt habe, sei zu schwach. Wenn erst im Jahr 2004 oder 2005 die Gewinnzone erreicht werde, so sei dies zu spät. Sabena müsse entsprechende Massnahmen ergreifen, um schneller aus den roten Zahlen zu kommen.

Swissair hat in der Rechnung 2000 für die ausländischen Flugbeteiligungen Rückstellungen von 2,4 Mrd. sfr vorgenommen. Dieser Betrag werde ausreichen, sagte der Sprecher weiter.

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