Belgischer Weinhändler verdächtigt
Betrugverdacht bei Château Lafite-Rothschild

Die Polizei ermittelt nach Angaben aus der Justiz vom Freitag gegen Khaled Rouabah, einem belgischen Weinhändler aus Bordeaux, der beschuldigt wird, sehr alte große Jahrgänge verbotenerweise mit jüngeren Weinen vermischt zu haben.

dpa Bordeaux. Proben aus Flaschen Château Margaux und Château Lafite-Rothschild 1900 ergaben, dass der Rebsaft nicht dem Jahrgang auf dem Etikett entsprach. Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass der Wein aus Jahren nach 1950 stammte.

Die Untersuchungen stünden erst am Anfang, hieß es. Es müssten noch etwa 20 der großen Bordeaux-Lagen untersucht werden, darunter Pétrus, Cheval Blanc oder Mouton-Rothschild. Nach dem französischen Weinrecht ist die Auffüllung bei dem notwendigen Korkenwechsel über längere Zeit nur mit Weinen aus gleicher Herkunft und demselben Jahrgang erlaubt.

Dem Händler werden Betrug und Markenfälschung vorgeworfen. Er hat inzwischen zugegeben, einige teure Flaschen mit Weinen aus dem Jahr 1995 gestreckt zu haben. Er berief sich darauf, dass es bei den alten Weingütern gängige Praxis sei, bei den Korkenwechseln ältere mit jüngeren Jahrgängen zu vermischen. "Ein hundertjähriger Wein kann vier oder fünf Korkenwechsel mit anschließender Auffüllung erlebt haben. Man hätte ihn sonst längst trinken müssen. Durch die Verjüngung wird er kräftiger und besser", verteidigte sich der Händler in einem Zeitungsinterview.

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