Belgisches Gericht bestätigt Haftbefehl in Zusammenhang mit Völkermord - Auch Verbindung mit Tod Dian Fosseys
Ruandischer Ex-Politiker kann an UN-Tribunal ausgeliefert werden

Der in Brüssel festgenommene Schwager des ehemaligen ruandischen Präsidenten Juvenal Habyarimana kann im Zusammenhang mit dem Völkermord in seinem Heimatland an das UN-Tribunal ausgeliefert werden. Ein belgischer Richter bestätigte am Montag den Haftbefehl gegen den 63-jährige Protais Zigiranyirazo, der auch mit dem Mord an der amerikanischen Zoologin Dian Fossey in Verbindung gebracht wird.

ap BRÜSSEL. Fossey wurde mit ihren Studien über Berggorillas in Zentralafrika bekannt. Sie starb 1985. Ihr Leben wurde in dem Spielfilm "Gorillas im Nebel" von 1988 nachgezeichnet.

Zigiranyirazo war am vergangenen Donnerstag in einem Auffanglager für Flüchtlinge in Brüssel festgenommen worden. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl der Chefanklägerin beim Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen für Kriegsverbrechen in Ruanda, Carla del Ponte, vor. Nach der Entscheidung vom Montag hat der UN-Gerichtshof jetzt 90 Tage Zeit, um Zigiranyirazo nach Arusha in Tansania zu bringen, wo die Prozesse wegen des Völkermords in Ruanda von 1994 geführt werden. Zigiranyirazo wollte in Belgien Asyl beantragen.

Nach Angaben der Londoner Menschenrechtsorganisation Africa Rights soll Zigiranyirazo in Verbindung mit einer Gruppe gestanden haben, die für die Bildung von Todesschwadronen in Ruanda verantwortlich war. Als Präfekt von Ruhengeri soll er für die Massaker an den Tutsi mitverantwortlich gewesen sein. Damals wurden mehr als 500 000 Menschen umgebracht. Der Tod von Präsident Habyarimana bei einem Flugzeugabsturz hatte den Völkermord ausgelöst.

Die Verbindung zwischen Zigiranyirazo und Fossey wird in dem 1993 erschienenen Buch "Mord im Nebel: Wer brachte Diane Fossey um?" des Autors Nicholas Gordon gezogen. Fossey hatte sich massiv für den Schutz der Berggorillas vor Wilderern eingesetzt, bevor sie auf mysteriöse Weise an der ruandischen Grenze zu Uganda und Kongo ums Leben kam. Nach Gordons Recherchen soll Zigiranyirazo in den illegalen Handel mit seltenen Tierarten verwickelt gewesen sein, was Fossey an die Öffentlichkeit bringen wollte. Zigiramyirazos Anwältin Sandrine Ghilain wies die Anschuldigung zurück.

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