Belokis Lücke gefüllt
Jeden Tag ein neuer Kampf

Thomas Voeckler führt bei der Tour de France seit der fünften Etappe - heute will ihn Armstrong endlich einholen.

Thomas Voeckler hatte den Reißverschluss seines Trikot aufgerissen. Das Hemd flatterte im Fahrtwind. Nicht irgendeines, sondern das Trikot, das ihm vor dieser Tour de France niemand zugetraut hatte. Es waren die letzten Meter auf der zweiten schweren Etappe in den Pyrenäen - auf denen Lance Armstrong so groß aufgetrumpft hatte und seinen deutschen Widersacher Jan Ullrich so deutlich deklassiert hatte. Voeckler lächelte kurz vor dem Ziel, dann hob er seinen rechten Arm, ballte die Faust. Geschafft! Der Franzose durfte das Gelbe Trikot auch noch nach der zweiten Bergetappe tragen. Eine Sensation. Voeckler war immer wieder aus dem Hauptfeld zurückgefallen, hatte sich aber auch immer wieder herangekämpft. Als Etappendreizehnter verteidigte er seine Führung in der Gesamtwertung. Ganz knapp war das. Voeckler kam über viereinhalb Minuten später als Armstrong ins Ziel.

22 Sekunden trennen den 25-jährigen Elsässer und den fünffachen Toursieger aus den USA jetzt noch. Das ist wenig. Wahrscheinlich ist der Vorsprung schon heute, auf der 15. Etappe von Valréas nachVillard de Lans, oder aber spätestens am Mittwoch beim gefürchteten Einzelzeitfahren nach Alpe d'Huez, aufgebraucht - dann dürfte Armstrong das Gelbe Trikot überziehen.

Doch auf der fünften Etappe eroberte es Voeckler und trägt es seither. Sein Name geht den Franzosen nicht leicht über die Lippen. Der im Elsass und in Martinique aufgewachsene Radprofi hat aber längst die Sympathien seiner Landsleute erobert. Vom Gesamtsieg bei der Tour träumt er nicht. "Ich bewege mich nicht auf dem Niveau der Spitzenfahrer Armstrong oder Ullrich", sagt er. Allerdings hatte Voeckler auch schon vor den Pyrenäen orakelt: "Da bin ich das Trikot dann sicher los." Es kam anders. Für Thomas Voeckler kam bei dieser Tour vieles anders. Eigentlich war in seinem Team Briaches la Boulangère (BLB) ein ganz anderer für das Gelbe Trikot vorgesehen. Im Winter verpflichtete BLB für viel Geld Joseba Beloki. Doch der Spanier, der 2002 immerhin Zweiter bei der Tour wurde, kam nie zurecht und laborierte lange an seinen Sturzverletzungen. Vor der Tour trennten sich beide Parteien im Streit.

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