Bemühung um Kostensenkung
United-Bankrott noch keine beschlossene Sache

Fieberhaft bemüht sich die angeschlosse US-Fluggesellschaft United Airlines, die Insolvenz zu vermeiden. Die Beschäftigten sollen auf Lohn verzichten.

rtr CHICAGO. Ein Bankrott der angeschlagenen Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluglinie United Airlines, der UAL , ist nach den Worten ihres neuen Chefs, Glenn Tilton, "noch keine ausgemachte Sache".

Es sei verfrüht, über einen Bankrott zu sprechen, sagte Tilton am Mittwoch in Chicago. Dort traf er sich mit Gewerkschaftsvertretern. Eine Vereinbarung mit den Angestellten des Konzerns gilt als entscheidende Voraussetzung für eine Kreditbürgschaft der US-Regierung über 1,8 Mrd. Dollar, die einen Insolvenzantrag vermeiden soll. Vergangene Woche hatte UAL erklärt, der Konzern müsse seine jährlichen Kosten um 1,5 Mrd. Dollar senken, um die staatlichen Kreditzusagen zu erhalten. Gespräche mit den Gewerkschaften über einen Lohnverzicht der Mitarbeiter waren zuletzt ins Stocken geraten.

United Airlines hatte erklärt, bis zum 16. September die Kreditgarantien bei der Regierung zu beantragen. Tilton sagte nun, er wolle mit den Behörden darüber sprechen, ob es auch möglich sei, den Antrag später einzureichen.

Tilton war am Montag zum neuen UAL-Chef ernannt worden. Es sei seine Entscheidung gewesen, möglichst rasch Vertreter der fünf Gewerkschaften zu treffen, die die Beschäftigten von United Airlines verträten, sagte Tilton. Das Treffen sei aber eher symbolisch gewesen. Es seien keine konkreten Vorschläge erörtert worden. An dem Treffen nahm auch Tiltons Interims-Vorgänger, der 70 Jahre alte Jack Creighton teil. Am Ende des Gesprächs übergaben die Gewerkschaften Tilton einen Brief, in dem sie sich bereit erklärten, an einer praktischen Lösung der Probleme des Unternehmens mitzuwirken.

UAL macht derzeit eine der schwersten Krisen seiner Geschichte durch. Der 54 Jahre alte Tilton ist der fünfte Chef des Konzerns innerhalb von zehn Jahren. Die United-Mutter, die zu 55 % den Mitarbeitern gehört, sieht sich im Zuge der weltweiten Branchenkrise nach den Anschlägen vom 11. September in den USA von der Zahlungsunfähigkeit bedroht.

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