Bemühungen um Aussöhnung mit dem Norden
Südkorea: Wichtiger Macht- und Wirtschaftsfaktor in Asien

Als Mitausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft hofft Südkorea, auch als Reiseland entdeckt zu werden. Trotz großer Anstrengungen in den vergangenen Jahren, mehr ausländische Besucher anzulocken, gilt das "Land der Morgenstille" auf der touristischen Landkarte Asiens immer noch als eher unerschlossenes Territorium.

dpa SEOUL. Südkorea haben vor allem zwei Themen bekannt gemacht: sein rasanter wirtschaftlicher Aufstieg und die anhaltenden Spannungen mit dem kommunistischen Nachbarn im Norden der geteilten Halbinsel. Für die Südkoreaner waren insbesondere die Olympischen Spiele 1988 in Seoul eine Bestätigung ihrer Erfolgsgeschichte.

Während sich der westlich orientierte Süden zu einem wichtigen Macht- und Wirtschaftsfaktor in der Region weiterentwickelte, verarmte und isolierte sich zugleich der Norden zusehends. Beide Länder trennt nach wie vor eine undurchlässige Grenze am 38. Breitengrad. Auch sind beide Koreas, die sich formal seit dem Ende des verlustreichen Korea- Krieges (1950-53) noch im Kriegszustand befinden, hoch gerüstet. Das bevölkerungsärmere Nordkorea hält mehr als eine Million Soldaten unter Waffen, Südkorea etwa 670 000.

Als bisher größter Durchbruch in den Bemühungen um Aussöhnung gilt das erste Gipfeltreffen in der Geschichte beider Koreas im Juni 2000 in Pjöngjang. Seit dem Treffen zwischen Südkoreas Präsident Kim Dae Jung und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il sind die Spannungen auf der Halbinsel spürbar gesunken.

Südkorea vollbrachte in den zurückliegenden vier Jahrzehnten das so genannte "Wunder am Hanfluss". Lag das Pro-Kopf-Einkommen 1962 bei 86 Dollar, stieg es bis dato auf rund 8 850 Dollar. Getragen von einer Export-Offensive arbeitete sich Südkorea von einem der ärmsten Agrar- Länder zu einer der zwölf größten Industriemächte empor. Waren es bis Mitte der 70er Jahre Produkte der Leichtindustrie wie Textilien und Elektrogüter, die Südkorea weltbekannt machten, stand danach der Ausbau der Schwerindustrie wie Stahl, Schiffbau und die Auto- Produktion im Vordergrund. Bezahlt wurde der Erfolg mit Niedriglöhnen und langen Arbeitszeiten. In politischer Sicht schränkten Südkoreas Machthaber lange die demokratischen Rechte der Menschen stark ein.

Im Gefolge der Asien-Krise, die Südkorea 1997 unvorbereitet traf, wurde das Wachstums-Tempo empfindlich gedrosselt. 1998 schrumpfte die Wirtschaft um 5,8 % (2001: plus 3,2 %). Südkorea gilt jedoch unter den von der Krise betroffenen Ländern als jenes, das sich am schnellsten wieder erholt hat.

In dem überwiegend gebirgigen Land leben knapp 46,9 Millionen Menschen auf einer Fläche von 99 313 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Größe der fünf neuen Bundesländer. Südkorea ist seit 1948 Präsidial-Republik. Im Jahr 1993 übernahm mit Kim Young erstmals seit 31 Jahren wieder ein Zivilist das Präsidentenamt. Kim Dae Jung ist seit Februar 1998 Staatsoberhaupt.

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