Benzinpreise und Ökosteuer sorgen für Zurückhaltung bei Verbrauchern
Piech: Autoindustrie läuft der Konjunktur hinterher

Reuters HAMBURG. Die gestiegenen Benzinpreise und die Ökosteuer sorgen nach Worten von Volkswagen-Chef Ferdinand Piech dafür, dass die Automobilindustrie der Konjunktur in Deutschland nur noch hinterher läuft. Piech machte heute in Wolfsburg die Benzinpreise von zurzeit über zwei Mark je Liter dafür verantwortlich, dass sich immer mehr Verbraucher mit dem Kauf eines neuen Autos zurückhielten. Der höhere Benzinpreis resultiere vor allem aus dem Preisanstieg bei Rohöl und sei auch eine Folge des starken Dollars. Zur Verteuerung trage aber auch die Ökosteuer bei. Gleichwohl halte Volkswagen an seinen Rentabilitätszielen fest, betonte Piech.

Insgesamt trügen die Verteuerungen dazu bei, dass die Automobilindustrie in Deutschland die Konjunktur nicht mehr maßgeblich bestimme, sondern ihr vielmehr zu folgen versuche, zitierte der Konzern Piechs Aussagen auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern steuere dem mit zahlreichen Modellausweitungen entgegen. Dazu zählte Piech den Lupo GTI, den Lupo FSI sowie den neuen Passat.

Anstiege im Ausland machen Rückgänge im Inland wett

Mit der Produktoffensive verfolge Volkswagen auch weiterhin sein Ziel einer Kapitalverzinsung nach Steuern von neun bis elf Prozent und einer Umsatzrendite von 6,5 %. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern trotz rückläufiger Absatzzahlen im Inland Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern war zur Jahresmitte um 15,5 % auf 2,546 Mrd. DM gestiegen; der Überschuss hatte sogar um 48,4 % auf 1,254 Mrd. zugelegt. Zugleich hatte Volkswagen den Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 83,3 Mrd. erhöht. Dabei waren Absatzrückgänge im Inland durch Anstiege im Ausland mehr als ausgeglichen worden.

Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert forderte auf der Betriebsversammlung, die westdeutschen Werke von Emden über Wolfsburg bis Kassel müssten bei Investitionsentscheidungen bevorzugt werden. Es sei nicht akzeptabel, dass die modernsten Produktionsstandorte für Fahrzeuge, Komponenten und Motoren jenseits der Grenzen entstünden, während in den traditionellen ohnehin schon älteren westdeutschen Werke für die Einsparung von Investitionen verantwortlich sein sollten.

Piech bekräftigte dagegen die Haltung, dass die Stärken aller Standorte sowie Unterschiede in den Lohnstrukturen im Konzernverbund optimal genutzt werden müssten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%