Beobchter sprechen vom schwerem Schlag
Öllieferstopp soll Druck auf Nordkorea erhöhen

Im Konflikt um das geheime nordkoreanische Atomwaffenprogramm haben die USA und ihre Verbündeten den Druck auf den kommunistischen Staat weiter verschärft. Sie wollen von Dezember an die dringend benötigten Heizöl-Lieferungen nach Nordkorea einstellen.

HB/ TOKIO/WASHINGTON. Man hoffe, dass Nordkorea die Botschaft ernst nehme, sagte ein Sprecher der japanischen Regierung am Freitag nach der Entscheidung der internationalen Energieentwicklungs-Organisation für die Halbinsel Korea, KEDO. Dem Vorstand von KEDO gehören die USA, die Europäische Union (EU), Japan sowie Südkorea an.

Weitere Öllieferungen hingen von "konkreten und glaubwürdigen" Maßnahmen Nordkoreas ab, sein Programm mit hoch angereichertem Uran komplett stillzulegen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von KEDO. Der Stopp der Öllieferungen wäre nach Ansicht von Beobachtern ein schwerer Schlag für das unter chronischer Energieknappheit leidende Nordkorea. Angesichts des nahenden Winters würde sich die Situation für die 22 Mill. Nordkoreaner weiter verschlimmern.

Nach südkoreanischen Schätzungen entfallen bis zu 50 % der Ölimporte Nordkoreas auf die amerikanischen Öllieferungen. Damit würden 10 bis 30 % der Stromerzeugung abgedeckt, sagte ein Regierungsbeamter in Seoul. In ihrer Erklärung verurteilte KEDO Nordkoreas Atomwaffenprogramm als eine "klare und schwere Verletzung" des Rahmenabkommens von 1994 und anderer internationaler Vereinbarungen. Nach dem Abkommen bekommt Nordkorea zwei Leichtwasserreaktoren sowie bis zu deren Fertigstellung jährlich von den USA 500 000 Tonnen schweres Heizöl geliefert. Im Gegenzug verpflichtete sich Pjöngjang, sein Atomprogramm einzustellen.

Nachdem Nordkorea nach US-Angaben Anfang Oktober eingeräumt hat, ein heimliches Programm zur Anreicherung von Uran zu verfolgen, steht das Abkommen in Frage. Südkorea forderte Nordkorea auf, "erkennbare Schritte" zur unverzüglichen Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu unternehmen. "Das ist der einzige Weg, womit es Hilfe der internationalen Gemeinschaft erhalten kann", sagte eine Sprecherin von Präsident Kim Dae Jung. Sie charakterisierte die Entscheidung des KEDO-Vorstands als "bester Kompromiss", der in engen Beratungen zwischen Südkorea, den USA, Japan und der EU zu Stande gekommen sei.

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