Berater bestreitet Vergewaltigung
Royals unter Druck

Das britische Königshaus gerät im Streit um die Enthüllungen des früheren Diana-Butlers Paul Burrell (44) immer stärker unter Druck. Nach einem Bericht der BBC berieten Hofexperten am Montag in Krisensitzungen im Buckingham-Palast und am Amtssitz von Prinz Charles (53) über eine mögliche "Schadensbegrenzung".

HB/dpa LONDON. Dabei wurde auch die Forderung einiger Labour-Politiker erörtert, die Rolle des Königshauses bei der überraschenden Einstellung des Diebstahlprozesses gegen Burrell durch ein unabhängiges Gremium untersuchen zu lassen.

Nach britischen Presseberichten verdichten sich die Anzeichen dafür, dass das Eingreifen von Königin Elizabeth II. (76) in den Prozess vor zehn Tagen einzig und allein den Grund hatte, schädigende Enthüllungen über einen angeblichen Vergewaltigungsskandal hinter den Mauern des St. James-Palastes zu verhindern. Burrell war nach einer für ihn entlastenden Mitteilung der Queen freigesprochen worden.

In dem angeblichen Vergewaltigungsfall hatte ein enger Mitarbeiter von Prinz Charles am Sonntagabend über seine Anwälte die Anschuldigungen aus dem Jahr 1996 zurückgewiesen. "Es tickt eine Zeitbombe, die die Zukunft der Monarchie ins Herz treffen könnte", schrieb die "Sun" (Montagausgabe). Die "Mail" kommentierte, der Fall Burrell gerate "völlig aus den Fugen". Deshalb müsse die Queen dem Volk jetzt "endlich sagen, was los ist". Sogar die nüchterne "Financial Times" kommentierte am Montag, die Enthüllungen bedrohten die Monarchie.

Der namentlich nicht genannte enge Mitarbeiter von Prinz Charles hatte den Vorwurf bestritten, einen Kammerdiener des Prinzen vergewaltigt zu haben. Über seine Anwälte ließ der Beschuldigte mitteilen, der frühere Diener sei ein "unzuverlässiger Alkoholiker" gewesen. Der 42-jährige Falkland-Veteran George Smith hatte den Mitarbeiter von Charles in der "Mail on Sunday" beschuldigt, ihn 1989 betrunken gemacht und anschließend vergewaltigt zu haben. 1995 habe er es in der britischen Botschaft in Kairo zum zweiten Mal versucht.

Dagegen schrieben die Anwälte, die von Smith erhobenen Vorwürfe unterschieden sich von dessen Darstellung bei der Polizei in wesentlichen Punkten. "Unser Mandant hat durchgängig bestritten, dass diese Taten jemals stattgefunden haben", heißt es in der Erklärung der Anwälte. Zuvor hatte eine Sprecherin von Prinz Charles bereits den Vorwurf bestritten, der Thronfolger habe versucht, die angebliche Vergewaltigung zu vertuschen.

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