Beraterverträge werden überprüft
Durchsuchungen bei Kirch-Vertrauten

Die Staatsanwaltschaft hat München hat im Zusammenhang mit der Insolvenz der Ex-Kirch-Gruppe 13 Gebäude in der Schweiz und Deutschland durchsucht.

HB MÜNCHEN. Die Aktion habe sich gegen eine größere Zahl von Beschuldigten gerichtet und umfasste insgesamt 13 Objekte an drei Orten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach Informationen von "Spiegel Online" wurden unter anderem Büros und die Privatwohnung des langjährigen Kirch-Anwalts Joachim Theye in Zürich und St. Moritz sowie eine auf Leo Kirchs Ehefrau Ruth registrierte Wohnung in dem Schweizer Wintersportort durchsucht.

Hintergrund ist nach Darstellung der Staatsanwaltschaft der Verdacht auf Untreue sowie Bankrottstraftaten. Beteiligt waren 6 Staatsanwälte und rund 30 Kriminalbeamte. Die Kirch Media war nach Angaben eines Unternehmenssprechers nicht in die Durchsuchungen einbezogen.

Unter anderem gehe es um zwei Beraterverträge in der Größenordnung von insgesamt acht Millionen Euro. "Beide Beraterverträge haben allerdings nichts mit ehemaligen oder noch aktiven Politikern oder sonstigen Personen der Zeitgeschichte außerhalb der Kirch-Gruppe zu tun", betonte die Staatsanwaltschaft mit Blick auf andere Ermittlungen zu möglichen Beratertätigkeiten von Politikern.

Gegenstand der Durchsuchungen seien zudem mehrere, dem Aktiengesetz widersprechende Darlehensvergaben mit einem Mindestschaden von gegenwärtig 50 Millionen Euro gewesen, hieß es. Laut "Spiegel Online" nimmt die Behörde Beraterverträge mit Theye und dem Kirch-Sohn Thomas unter die Lupe. Auch der ehemalige Finanzchef Herbert Schroder sei von den Durchsuchungen betroffen.

Die Staatsanwaltschaft wollte erst nach Auswertung der umfangreichen Beweismittel nähere Informationen geben. Dies werde wegen der Komplexität der Gesellschafterverhältnisse erfahrungsgemäß einige Monate in Anspruch nehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft München nach Medienberichten Ermittlungen gegen Ex-Manager der ehemaligen Kirch-Gruppe im Zusammenhang mit fragwürdigen Geldflüssen aufgenommen.

Nach Angaben des Kirch-Media-Sprechers liegen dem Unternehmen Anforderungen der Staatsanwaltschaft auf Akteneinsicht vor. Über Inhalt und Umfang der Anforderungen machte der Sprecher keine Angaben.

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