Beratungen des UN-Sicherheitsrats in New York vertagt
Israelische Panzer rücken in Hebron ein

Bei einem Vorstoß der israelischen Armee in die Stadt Hebron im Westjordanland ist am Donnerstag ein Palästinenser getötet worden. Zwanzig Panzerfahrzeuge rückten am frühen Morgen etwa einen Kilometer in das Stadtgebiet vor und lieferten sich Gefechte mit palästinensischen Kämpfern, von denen vier verletzt wurden.

WiWo/ap HEBRON. Im Ort nahmen die Soldaten einige Männer fest und zogen sich nach knapp zwei Stunden wieder zurück. Vom israelischen Militär war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Die Armee erklärte unterdessen, dass sie während ihrer wochenlangen Militäroffensive im Westjordanland fast die gesamte Führungsspitze militanter Palästinensergruppen ausgeschaltet hat. Seit Ende März seien dutzende Führer der Hamas-Bewegung, des Islamischen Dschihads und der Al-Aksa-Brigaden verhaftet oder getötet worden, sagte der Chef des Armee-Planungsstabs, General Giora Eiland, der Nachrichtenagentur AP in Tel Aviv. "Von den wichtigen Leuten sind nicht viele entwischt." Insgesamt sitzen derzeit mehr als 1 000 Palästinenser in Haft; mindestens 200 Palästinenser und rund 30 israelische Soldaten wurden getötet.

Der General räumte ein, dass sich die Gruppen trotz der Fahndungserfolge und der derzeitigen relativen Ruhe in Bezug auf Anschläge schnell wieder zusammenfinden könnten. Daher werde die israelische Armee auch nach dem geplanten Rückzug aus den Autonomiegebieten die Lage dort überwachen und bei Gefahr im Verzug sofort wieder einrücken, sagte Eiland. "Wir tragen die Verantwortung; von den palästinensischen Behörden ist nichts zu erwarten. Zurzeit gibt es keinen Friedensprozess, keine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, keine diplomatischen Horizonte, kein gar nichts", sagte der General.

Eine israelische Delegation wollte am Donnerstag in New York mit UN-Vertretern über die Entsendung einer Untersuchungskommission verhandeln, die die Vorgänge im Flüchtlingslager Dschenin aufklären soll. Während die Palästinenser Israel vorwerfen, dort ein Massaker verübt zu haben, spricht Israel von einem regulären Militäreinsatz.

Der Sicherheitsrat wollte am Donnerstagabend zudem weiter über den Entwurf einer Resolution beraten, in der Israel dazu aufgefordert wird, sofort mit der Dschenin-Kommission zu kooperieren. Des Weiteren wird darin ein Ende der Belagerung des Amtssitzes des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah gefordert.

Zwtl: Neue Verhandlungsrunde an der Geburtskirche

In Bethlehem blieb die Lage an der Geburtskirche gespannt; die Verhandlungen sollten am Donnerstagmorgen fortgesetzt werden. Es wurde vereinbart, zehn bis 15 Jugendlichen, darunter zwei 10-Jährigen, freies Geleit aus der Kirche zu geben. Auch sollten die Leichen zweier toter Palästinenser aus dem Gebäude geschafft werden. In dem Gotteshaus halten sich seit dem 2. April rund 230 bewaffnete Palästinenser und auch Zivilisten verschanzt. Israel will die Milizionäre entweder vor Gericht stellen oder ins Exil schicken. Die Palästinenser hatten vorgeschlagen, gesuchte Männer aus der Kirche in den Gazastreifen zu bringen.

Unterdessen rief die militante Hamas-Bewegung im Gaza-Streifen ihre jungen Anhänger dazu auf, nicht gewaltsam in jüdische Siedlungen einzudringen und so ihr Leben zu riskieren. Sie sollten bedenken, "dass ihre Leben wertvoll sind und nicht geopfert werden sollten". Bei einem solchen Versuch waren am Dienstag drei junge Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden.

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