Beratungen über Tenet-Plan
Israelis und Palästinenser verhandeln wieder

Israelis und Palästinenser haben am Freitag über die nächsten Schritte zur Umsetzung des vereinbarten Friedensplans beraten. 48 Stunden nach Beginn der Waffenruhe begannen die Konfliktparteien mit der Ausarbeitung eines Zeitplans für das weitere Vorgehen. Dieser soll bis Mitte kommender Woche stehen. Zuvor hatte Israel einige Blockaden im Gazastreifen und im Westjordanland aufgehoben und verschiedene Grenzübergänge geöffnet.

ap JERUSALEM. Vertreter beider Seiten kamen zu Sicherheitsgesprächen zusammen, an denen auch ein amerikanischer Vermittler teilnahm. Die Palästinenser bezeichneten das zweieinhalbstündige Treffen als `ernsthaft und sachlich". Bis Mittwoch solle feststehen, wann welche Schritte erfolgen, um die Situation so wiederherzustellen, wie sie vor Ausbruch der Unruhen Ende September war.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bekräftigte am Freitag, Israel werde sich an die Waffenruhe halten. Allerdings werde man unterscheiden "zwischen Gebieten, die ruhig sind, und denen, die es nicht sind", hieß es in einer Erklärung seines Büros. Bei der Umsetzung der Vorschläge von CIA-Direktor George Tenet könne es keine Fortschritte geben, wenn die Palästinenser ihren Verpflichtungen nicht nachkämen.

Der israelische Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser sagte, man werde dem Tenet-Vorschlag eine Chance geben und alle Blockaden aufheben. `Wir wollen das Problem nicht mit militärischen Mitteln lösen", sagte Ben Elieser in Paris.

Am Freitag öffnete Israel unter anderem die Grenzübergänge zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sowie zwischen dem Westjordanland und Jordanien. Am Übergang Karni vom Gazastreifen nach Israel hätten Lastwagen mit Lebensmitteln und Treibstoff passieren dürfen, teilte die Armee mit. Von palästinensischer Seite wurde kritisiert, dass die Bewegungsfreiheit in vielen Gegenden noch immer stark eingeschränkt sei. Besonders im Westjordanland wurden die nach dem Selbstmordattentat von Tel Aviv verhängten Sperren nur teilweise aufgehoben.

Der israelische Außenminister Schimon Peres sagte, an einigen Krisenherden sei Ruhe eingekehrt. Die Palästinenser seien ernsthaft bemüht, die Waffenruhe einzuhalten. Statt Bedingungen zu stellen und Drohungen auszusprechen müsse man diesen Anfang festigen, sagte Peres im israelischen Radio. `Es gibt keine andere Lösung."

In Tulkarem, Kalkilija und Nablus im Westjordanland demonstrierten am Freitag rund 5 000 Palästinenser friedlich gegen den Tenet-Plan. In Ramallah wurden fünf Palästinenser leicht verletzt, als israelische Soldaten mit gummiummantelten Geschossen auf Steinewerfer feuerten, wie der Rote Halbmond mitteilte. Am Freitagmorgen warfen Palästinenser Granaten auf einen israelischen Posten nahe der ägyptischen Grenze. Außerdem wurden israelische Soldaten in Hebron nach Armeeangaben mit Brandsätzen beworfen. Verletzt wurde dabei niemand.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan setzte unterdessen seine diplomatische Nahost-Reise in Libanon fort. In Beirut traf er den libanesischen Präsidenten Emile Lahoud. Annan rief Libanon und Israel auf, die von den Vereinten Nationen festgelegte Demarkationslinie zu respektieren. `Wir haben genug Probleme in der Region", sagte Annan. Es dürfe keine zweite Front eröffnet werden. Annan reist am Samstag nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete.

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