Berechnungen von Arbeitsmarkt-Experten: Arbeitslosen-Zahl auf rund 4,55 Millionen gestiegen

Berechnungen von Arbeitsmarkt-Experten
Arbeitslosen-Zahl auf rund 4,55 Millionen gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar erneut kräftig gestiegen. Nach Berechnungen von Arbeitsmarkt-Experten waren Ende Januar 4,55 Millionen Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das wären rund 330 000 mehr als im Dezember 2002 und 260 000 mehr als im Vorjahresmonat.

HB/dpa NÜRNBERG/STUTTGART. Auch Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) räumte am Montagabend in Stuttgart ein, dass die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf mehr als 4,5 Millionen gestiegen ist. Diese Marke wurde in Deutschland bisher lediglich Anfang 1997 und im Winter 1997/98 überschritten. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesanstalt für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch in Nürnberg bekannt.

Der starke Anstieg im Januar ist zwar überwiegend witterungsbedingt. Nach Meinung der Experten schlägt sich aber nach wie vor die schwache Konjunktur und die globale Unsicherheit wegen eines drohenden Irak-Krieges auf dem Arbeitsmarkt nieder. So hat sich die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Januar erneut um rund 20 000 erhöht und liegt jetzt bei mehr als 4,2 Millionen.

Clement sagte am Montagabend vor der Industrie- und Handelskammer in Stuttgart, die Finanzierung der hohen Arbeitslosigkeit nehme dem Land die Kraft für Investitionen. Dies wirke sich vor allem negativ auf das Handwerk aus. Ohne eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt sei die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nicht gesichert. Die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik müsse gleichberechtigt gegen Umweltschutzerfordernisse abgewogen werden, sagte Clement: "Denn auch Umweltpolitik ist am Ende, wenn sie nicht mehr getragen wird von einer funktionierenden Industriepolitik."

Bayerns Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) forderte Clement auf, seine Vorstellungen für die Flexibilisierung des Kündigungsschutzes zu präzisieren. Das starre Arbeitsrecht sei das Haupthindernis auf dem Weg zu mehr Beschäftigung, sagte Stewens am Dienstag in einem dpa-Gespräch. Sie plädierte für eine Anhebung der Untergrenze des Kündigungsschutzes auf Betriebe mit zehn Beschäftigten. Das Recht auf einen Teilzeitjob sollte künftig auf Arbeitnehmer beschränkt werden, die Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, sagte Stewens.

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