Bereicherung nur für das Finanzteam
Prüfungsbericht: Enron hat Gewinne manipuliert

Der bankrotte US-Energiehandelskonzern Enron hat einem internen Prüfungsbericht zufolge im Jahr vor dem Zusammenbruch den Gewinn manipuliert und um fast eine Milliarde Dollar aufgebläht. Dabei wurden undurchsichtige Transaktionen mit einer Gruppe fragwürdiger Partnerschaften verwendet.

dpa HOUSTON. "Der Bericht hat dem Verwaltungsrat erstmals die früheren Ereignisse aufgezeigt. Der Verwaltungsrat bedauert diese Ereignisse zutiefst", hieß es in einer Enron-Erklärung. Die Rechnungsprüfungsfirma Andersen kritisierte den Bericht als Versuch, die Unternehmensführung und den Verwaltungsrat von Kritik zu isolieren und die Schuld anderen anzulasten.

Verantwortlich sei allein Enron

Der Bericht übersehe das fundamentale Problem, dass Fehlentscheidungen von Enron-Managern und des Verwaltungsrates das Scheitern der Gesellschaft verursacht hätten, erklärte Andersen. Die Schaffung von speziellen Partnerschaften und die Entscheidung, diese mit Unternehmensaktien zu finanzieren, sei einzig Sache der Enron - Offiziellen gewesen.

Der 203 Seiten lange interne Prüfungsgericht war von einem speziellen Prüfungsgremium des Verwaltungsrates seit 28. Oktober letzten Jahres erstellt worden. Es seien 430 000 Seiten Material überprüft und 65 Leute interviewt worden, erklärte William C. Powers, ein Verwaltungsratsmitglied und Leiter der juristischen Fakultät der Universität von Texas.

Der Bericht wurde dem Konkursgericht, dem US-Justizministerium, der Wertpapier- und Börsenkommission SEC sowie mehreren Kongressausschüssen zugestellt, die Enron-Anhörungen durchführen. Neun Kongressausschüsse untersuchen den größten amerikanischen Firmenbankrott. Von ihnen sollen auch der bisherige Enron-Chef Kenneth Lay und andere Enron-Spitzenmanager gehört werden.

Prüfungsbericht legt Unregelmäßigkeiten offen

Der Prüfungsbericht machte die unzureichende firmeninterne Aufsicht klar und kritisierte auch die frühere Enron - Rechnungsprüfungsfirma Andersen. Die Transaktionen, die zu dem Zusammenbruch der Gesellschaft geführt hatten, seien durch eine fehlerhafte Idee, Mitarbeiterbereicherung, unzureichende Kontrollen, schlechte Durchführung, sorglose Überwachung sowie Buchführungsfehler entstanden, hieß es.

Enron hatte eine Serie von Transaktionen mit Partnerschaften durchgeführt, die von dem früheren Enron-Finanzchef Andrew S. Fastow kontrolliert wurden. Sie hatten offensichtlich keinen geschäftlichen Zweck, außer die Gewinne zu manipulieren und die Mitglieder des Finanzteams zu bereichern. Der frühere Unternehmenschef Lay und die Enron-Verwaltungsrats-Mitglieder seien nicht voll über das Ausmaß der Beteiligung von Enron-Mitarbeitern informiert worden.

Die Partnerschaften wurden auch dazu benutzt, Schulden zu verstecken. Enron-Mitarbeiter, die in die Partnerschaften verwickelt waren, hätten sich mit Millionen bereichert. Dies sei zu Lasten Enrons gegangen. Fastow hatte dabei mindestens 30 Mill. Dollar verdient.

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