Bereits die zweite Klage
Gericht weist Schadenersatzanspruch von Infomatec-Aktionär zurück

Ein Kleinaktionär des Augsburger Softwareunternehmens Infomatec ist mit seinen Schadenersatzforderungen am Landgericht München I gescheitert.

ddp.vwd MÜNCHEN. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, wies die 12. Zivilkammer einen entsprechenden Antrag des Münchner Aktionärs zurück, da dessen Ansprüche aus dem angeblichen Betrug nicht ausreichend dargelegt wurden. Der Wert der Aktie war zunächst auf das fast Zwölffache des Emissionskurses angestiegen, nach Februar 2000 aber stetig gesunken.

Am 9. Mai musste Infomatec Konkurs anmelden. Gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder Gerhard Harlos und Alexander Häfele wird seit rund einem Jahr wegen Aktienbetrugs ermittelt. Sie sollen durch falsche Ad-hoc-Mitteilungen den Aktienkurs ihrer Firma in die Höhe getrieben und dann je 62.500 Aktien aus eigenem Besitz verkauft haben.

Der Aktionär, der jetzt vor dem Landgericht München I Schadenersatzforderungen stellte, hatte für über 30.000 Mark Infomatec-Aktien gekauft. Er gab an, vor allem durch angeblich falsche Ad-hoc-Mitteilungen zum Kauf veranlasst worden zu sein. Das Gericht betonte aber, dass Ad-hoc-Mitteilungen sich nicht an das breite Anlegerpublikum, sondern an professionelle Aktienhändler richten. Deshalb brauchten sie nur die wesentlichen Punkte eines Geschäftes zu enthalten.

Übliche Umschreibungen, die beim Kleinanleger die Vorstellung hervorriefen, das Unternehmen habe ein gutes Geschäft gemacht, genügten für eine betrügerische Täuschungshandlung nicht. Die im Rahmen der Selbstdarstellung eines Unternehmens verwendeten Begriffe wie "Technologievorsprung" und "IT-Vordenker" entsprächen dem auf Anpreisung angelegten Vokabular der Branche.

Das Gericht äußerte zudem erhebliche Zweifel daran, dass der Kläger die Aktien gerade auf Grund der von ihm beanstandeten Ad-hoc-Mitteilung gekauft habe. Bewiesen werden konnte auch nicht, dass der beim Kläger entstandene Schaden zu einem unmittelbaren Vermögensvorteil beim Infomatec-Vorstand führte. Dies wäre aber den Angaben zufolge Voraussetzung für die Annahme eines Betrugs. Bereits im Juni hatte das Landgericht München I die Klage eines Infomatec-Aktionärs auf Schadenersatz abgewiesen. Am Landgericht Augsburg laufen derzeit mehrere Zivilprozesse von Kleinaktionären gegen Infomatec.

Aktenzeichen: 12 O 10157/01

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