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Bereits elf Todesopfer durch Vogelgrippe in Thailand

In Thailand ist ein acht Jahre altes Mädchen an der Vogelgrippe gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Vogelgrippe-Toten in dem südostasiatischen Land seit Jahresbeginn auf elf.

dpa BANGKOK. In Thailand ist ein acht Jahre altes Mädchen an der Vogelgrippe gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Vogelgrippe-Toten in dem südostasiatischen Land seit Jahresbeginn auf elf.

Wie die thailändischen Gesundheitsbehörden am Montag berichteten, war der aggressiven Virustyp H5n1 am Sonntag bei dem Kind nachgewiesen worden, das mit hohem Fieber in einem Krankenhaus behandelt worden war. Unterdessen sei erstmals auch bei einem Hund eine H5n1-Infektion nachgewiesen worden, berichtete die Welternährungsorganisation FAO.

Der stellvertretende thailändische Gesundheitsminister Anutin Chanwirakun sagte, das acht Jahre alte Mädchen habe offensichtlich von einem Hühnergericht gegessen, dass die Mutter aus verendeten Tieren zubereitet habe. Das Kind sei die dritte Tote der zweiten Ausbruchswelle der Tierseuche in diesem Jahr in Thailand. Mehr als 100 Menschen, die mit dem Mädchen in seiner Heimat rund 290 Kilometer nordöstlich von Bangkok in Kontakt gekommen sein könnten, wurden unter Quarantäne gestellt.

Der mit Vogelgrippe infizierte Hund, der den Angaben zufolge keine Symptome zeigt, wurde für weitere Tests zur Chulalongkorn-Universität nach Bangkok gebracht. Nun werde untersucht, ob es sich dabei lediglich um eine milde Infektion gehandelt habe, die der Organismus von selbst eliminiert habe, oder ob das Tier ein lebendes Virus in sich trage, das sich möglicherweise auch vermehren könne, betonte FAO-Gesundheitsexperte Hans Wagner.

Dem Virustyp H5n1 sind in diesem Jahr in Asien mindestens 30 Menschen zum Opfer gefallen, 19 in Vietnam und elf in Thailand. Rund 100 Mill. Stück Geflügel starben oder wurden vorsorglich getötet. Nach einer ersten Vogelgrippe-Welle im ersten Quartal des Jahres hatten vor mehreren Wochen auch Vietnam, Thailand, China und Indonesien neuerliche Ausbrüche der Tierseuche gemeldet.

Dabei berichtete Thailand auch von einer ersten Übertragung von Mensch zu Mensch, der jedoch bislang keine weiteren derartigen Infektionen gefolgt waren. Experten fürchten, dass sich die Vogelgrippe etwa in Schweinen mit menschlichen Grippeviren mischen könnte, wodurch ein leicht von Mensch zu Mensch übetragbarer Erreger entstehen könnte.

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, kann alle Arten von Vögeln infizieren. Als natürliches Reservoir gelten wild lebende Enten, die in der Regel aber nicht an dem Virus erkranken. Gefährdet sind vor allem Hühner und Puten, aber auch Fasane, Perlhühner und Wildvögel. Wasservögel und Tauben sind seltener betroffen, Säugetiere gelten im Allgemeinen als wenig empfänglich.

Das derzeit in Asien vornehmlich wütende Typ-A-Virus H5n1 gilt als besonders gefährlich: Es tötet das befallene Geflügel sehr schnell und kann auch den Menschen infizieren. Die Produktion eines Impfstoffs für Menschen ist schwierig, weil sich das aggressive Virus nicht effektiv in Hühnereiern anzüchten lässt.

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