Bereits erste Mandate erhalten
Anwalt prüft Sammelklagen gegen Bayer-Medikament Lipobay

Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Cholesterin-Medikament Lipobay prüft der Münchner Anwalt Michael Witti Klagen gegen den Bayer-Konzern. Witti sagte am Freitag im NDR, er habe von Patienten das erste Mandat erhalten. Zunächst müsse aber geklärt werden, ob das Medikament tatsächlich ursächlich für schwere Nebenwirkungen und Todesfälle sei.

afp HAMBURG. Witti betonte, die Kanzlei sei bereits von Angehörigen von Betroffenen angesprochen werden, "weil wir eben auch mit den amerikanischen Anwaltskanzleien zusammenarbeiten". In Deutschland werden vier Todesfälle mit dem Arzneimittel in Verbindung gebracht. Insgesamt gibt es 90 Verdachtsfälle, bei denen das Medikament zur Auflösung des Muskelgewebes geführt haben könnte.

In den USA gehen die Behörden 31 Fällen nach, in denen Patienten nach der Behandlung mit Baycol/Lipobay an Muskelschwäche gestorben sein könnten. Zu den Möglichkeiten einer Klage im Namen deutscher Angehöriger in den USA sagte Witti, die amerikanischen Geschädigten, die ihren Anspruch in den USA anhängig machen könnten, würden "die Türe aufmachen". Wenn das Medikament ursächlich sei, "dann werden die Geschädigten weltweit über diese Türe in Amerika in einen Anspruch reinkommen". Zu den möglichen Schadensersatzsummen wollte sich Witti, der auch ehemalige NS-Zwangsarbeiter vertreten hat, nicht äußern. Weltweit nahmen bislang rund sechs Millionen Menschen das Bayer-Medikament, das 1997/98 auf den Markt kam und als eines der umsatzstärksten des Konzerns galt. Bayer hatte am Mittwoch einen Verkaufsstopp für das Medikament bekannt gegeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%