Bereits gebräuchlicher als D-Mark: Ansturm auf Euro ebbt ab

Bereits gebräuchlicher als D-Mark
Ansturm auf Euro ebbt ab

Nach dem stürmischen Start bürgert sich der Euro mehr und mehr ein.

dpa BERLIN/FRANKFURT/MAIN. Am Freitag, dem dritten Geschäftstag des neuen Jahres, ließ der Andrang der Kunden bei den Banken nach, in den Geschäften löste der Euro die D-Mark als gebräuchlichste Währung ab. Nach Angaben des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) zahlt mittlerweile bereits jeder zweite Kunde mit Euro, während in den ersten Tagen noch die D-Mark überwogen habe.

Doch auch die eine oder andere Schwierigkeit mit dem neuen Geld kam ans Licht. Wegen des eisigen Wetters wird es vermutlich bis Mitte Februar dauern, bis die letzten Automaten umgestellt sind. Zudem befürchtet der Deutsche Automaten- Großhandels-Verband, dass die teure Umstellung viele kleinere Betriebe zur Geschäftsaufgabe zwingen könnte. Die Deutsche Bank 24 buchte mehreren tausend Kunden versehentlich zu viel Geld ab, hat den Fehler aber mittlerweile behoben.

Handel erhofft umsatzstarkes Wochenende

Der Handel hat mit dem neuen Euro-Bargeld wenig Probleme gehabt und hofft jetzt auf ein umsatzstarkes Wochenende. In einer Umfrage des HDE berichteten sieben Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten mit der elektronischen Datenverarbeitung. Ansonsten sei die technische Umstellung reibungslos verlaufen, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes, Robert Weitz. Gut ein Drittel der Unternehmen meldeten längere Warteschlangen.

Anders als in Frankreich und Spanien, wo das Euro-Wechselgeld knapp wird, ist der Nachschub in Deutschland kein Problem. Es sei "überall ausreichend Wechselgeld in Euro verfügbar", sagte Weitz. Allerdings mussten einige Unternehmen anfangs lange für ihren Nachschub anstehen. "Besonders mittelständische Einzelhandelsbetriebe konnten sich am ersten Tag nur sehr schwer Nachschub an Euro- Wechselgeld beschaffen, weil viele Kreditinstitute keine eigenen Schalter für Firmenkunden eingerichtet hatten." Mittlerweile werden nach Angaben der EU-Kommission die kleinen Banknoten von 5 und 10 Euro in fast allen 12 Ländern der Eurozone knapp.

Am Freitag schwächte sich die Nachfrage nach dem Euro-Bargeld etwas ab. Der Andrang bei Sparkassen und Landesbanken sei erstmals etwas verhaltener gewesen, berichtete ein Sprecher des Deutschen Sparkassen und Giroverbands. Insgesamt hätten die Institute des Verbandes mittlerweile 12 Mrd. Euro ausgegeben. Das seien 40 % der Summe, die sie sich für das Privatkundengeschäft besorgt hätten. Am Devisenmarkt endete die Euro-Euphorie und der Referenzkurs sank mit 0,8954 $ wieder unter die Marke von 90 Cent.

Streit um Sonderrabatte

Nach der HDE-Umfrage akzeptieren die Handelsunternehmen ausnahmslos weiter D-Mark. Ein Viertel der Geschäfte biete sogar an, unabhängig vom Einkauf D-Mark in Euro zu wechseln. Streit gab es weiterhin um die Sonderrabatte der Bekleidungskette C&A zur Euro- Einführung. Nachdem das Unternehmen den 20-prozentigen Rabatt von Kunden, die mit Karte zahlen, auch auf Barzahler ausgedehnt hatte, stoppte das Landgericht Düsseldorf auch diesen Sonderrabatt. Bei einem Verstoß drohe C&A ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 000 Euro (490 000 DM).

Derweil warnt die Polizei vor Trickbetrügern, die sich die Euro- Einführung und die Verunsicherung der Menschen zu Nutze machen wollen. Wegen Verwechslungsgefahren raten Verbraucherschützer auch bei seriösen Unternehmen, das Wechselgeld genau nachzuzählen. Der Deutschen Bank 24 unterlief bei tausenden Kunden eine Euro-Panne. Sie buchte denen, die am Neujahrstag die ersten Euro aus den Geldautomaten gezogen hatten, den fast doppelten Betrag ab, weil sie die Summe in D-Mark umrechnete und in Euro abzog.

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