Bereits Probleme in den USA
Britische Behörde untersucht Sulzer Medica-Tester

Das Schweizer Medizinaltechnikunternehmen Sulzer Medica ist nach einem Todesfall bei einer Herzoperation, bei der ein von Medica gelieferter Herzklappen-Tester eingesetzt wurde, mit einer Untersuchung der britischen Gesundheitsbehörden konfrontiert.

rtr ZüRICH. Bei einer Operation vor drei rund Wochen im Northern General Hospital im britischen Sheffield brach ein Teil des Operationsinstrument ab und führte möglicherweise zum Tod des Patienten, wie Sulzer Medica am Freitag weiter mitteilte.

Chirurgen verwenden den Tester um die Funktionstüchtigkeit von mechanischen Herzklappen zu überprüfen, nachdem sie ins Herz eingesetzt worden sind. Der Tester werde nicht von Sulzer Medica selbst hergestellt, aber das Schweizer Unternehmen ist der Lieferant. "Wir haben gemäss den Aufsichtsbehörden die Verantwortung für den Tester," sagte ein Sulzer Medica-Sprecher. Es sei für die Beurteilung irrelevant, von welcher Firma Sulzer Medica den Tester bezogen habe, so der Sprecher weiter.

Sulzer Medica habe alle Spitäler über den Vorfall informiert, eine Überprüfung des Operationsinstruments angeordnet und die Auslieferung eines Ersatz-Testers eingeleitet, hiess es weiter. An der festeren Schweizer Börse schlossen Sulzer Medica 2,8 % tiefer auf 165 sfr. Im Handelsverlauf hatten die Titel ein Tief von 137,50 sfr erreicht. Im vergangenen Jahr hatte Sulzer Medica in den USA Probleme im Zusammenhang mit dem Rückruf von verschmutzten Hüftgelenken, die einen Einbruch des Aktienkurses um mehr als 80 % zur Folge hatten und das Unternehmen an den Rand des Zusammenbruchs führten. 3400 Patienten mussten bisher die von Sulzer Medica hergestellten künstlichen Knie- und Hüftgelenke ersetzen lassen, da diese nach dem Auslassen eines Reinigungsschrittes verschmutzt und daher teilweise nicht richtig eingewachsen waren.

Sulzer Medica arbeitet nun an einem Vergleich mit US-Klägern über rund eine Milliarde Dollar. Am 6. Mai befasst sich die US-Bundesrichterin mit der Frage, ob der Vergleich angemessen ist. Die Patienten können bis zum 14. Mai entscheiden, ob sie den Angebot ablehnen (Opt out) und stattdessen Einzelklagen vorziehen. Ist die Opt out-Rate zu hoch, will Sulzer Medica die betroffene US-Tochtergesellschaft unter Gläubigerschutz stellen.

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