Bereits seit 1982 schwarze Kassen bei der CDU
Müntefering wenig überrascht von neuen Vorwürfen gegen Kohl

dpa BERLIN. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat sich wenig überrascht von dem Vorwurf gezeigt, dass Altkanzler Helmut Kohl (CDU) persönlich den Anstoß zu schwarzen Parteikassen gegeben haben soll. "Die neuen Vorwürfe machen deutlich, dass Kohl schwarze Kassen nicht gehabt hat, weil er 16 Jahre lang Kanzler gewesen ist, sondern dass er Kanzler geblieben ist, weil er von Anfang an schwarze Kassen gehabt hat", sagte Müntefering am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Kohl soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nach seiner Kanzlerwahl 1982 das System der schwarzen Kassen selbst installiert haben. Damals sollen etwa sechs Millionen DM heimlich aus der Unions-Bundestagsfraktion an die CDU transferiert worden sein. Kohl ließ dazu am Donnerstagabend in Berlin erklären, er habe "an diesen Vorgang im einzelnen keine Erinnerung". Die Behauptung, er habe mit Fraktionsgeldern selbst schwarze Kassen einrichten lassen, sei "unzutreffend". Er halte es "aber für denkbar, dass vor dem schweren Bundestagswahlkampf im März 1983 auch alle Möglichkeiten der Fraktion eingesetzt wurden".

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