Bereits verkauft und ausgetrunken
Hormon-Sirup in Brandenburg verarbeitet

Möglicherweise mit dem verbotenen Hormon MPA verunreinigter Zuckersirup aus Belgien ist im Mai 2001 nach Brandenburg geliefert worden. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Lieferung zu Fruchtsaft verarbeitet und ausgetrunken wurde", sagte Jens-Uwe Schade, der Sprecher des Potsdamer Agrar- und Umweltministeriums.

HB POTSDAM/BERLIN. Eine Gesundheitsgefahr - sollte MPA (Medroxy-Progesteron-Azetat) in dem Sirup gewesen sein - sei aber angesichts der Verdünnung in Getränken unwahrscheinlich.

Die Lieferung - laut Schade zwei Tanklastzüge - ging an nur einen Betrieb in Brandenburg. Dies habe das Verbraucherschutzministerium in Berlin mitgeteilt. Nach Auskunft von Schade sind sofort Kontrolleure zu dem Unternehmen geschickt worden.

Nach Angaben des Bundesministeriums haben insgesamt vier deutsche Unternehmen - möglicherweise Getränkehersteller - mit der in den MPA- Skandal verwickelten belgischen Firma Bioland Geschäftsbeziehungen unterhalten. In belgischen Labortests sei MPA bereits in Erfrischungsgetränken nachgewiesen worden. Das Unternehmen Bioland in der Provinz Antwerpen, das als Auslöser des Skandals gilt, soll MPA in Zuckersirup für die Schweinemast gemengt haben.

Die belgische Lebensmittelaufsicht hatte zwei Getränkehersteller kontrolliert, die Zuckersirup von der Firma Bioland gekauft hatten. In zwei von 21 Proben fanden die Kontrolleure eine schwache Konzentration des Hormons. In den Niederlanden wurde die Überwachung von Schweinemastbetrieben ausgedehnt, die möglicherweise mit dem Hormon MPA verseuchtes Futter erhalten haben.

Die Sprecherin von Verbraucherschutzkommissar David Byrne hatte in Brüssel mitgeteilt, dass die EU wegen des Skandals ihren Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen habe. Einer der beiden Besitzer von Bioland - zwei Brüder aus den Niederlanden - ist nach Angaben aus Belgien bereits verhaftet worden.

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