Berg- und Talfahrt am Neuen Markt
Gericom wehrt sich gegen Marktgerüchte

Der Notebookhersteller Gericom AG hat am Donnerstag Marktgerüchte über eine angebliche Zahlungsunfähigkeit sowie Bilanzmanipulation vehement zurückgewiesen.

rtr WIEN. "Ich kann bei meiner persönlichen Ehre sagen, dass wir nichts zu verbergen haben", sagte Gericom-Vorstandsvorsitzender Hermann Oberlehner in einem Telefoninterview mit Reuters. Gericom hatte zuvor eine wahre Tal- und Bergfahrt am Neuen Markt erlebt. Nachdem das deutsche Börsemagazin "Der Aktionär" auf seiner Internetseite Marktgerüchte veröffentlicht hatte, dass Gericom kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und unter dem Verdacht der Bilanzmanipulation stehe, verfiel der Gericom-Kurs bis auf 16,65 ?. Die Aktie erholte sich nach vehementen Dementis des Unternehmens bis 1900 MESZ bis auf 19,16 (20,40) Euro.

Im Jahresverlauf hat das Unternehmen damit knapp 37 % an Wert verloren.

"Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um die Attacke eines Mitbewerbers handelt", sagte Oberlehner. Er habe vom "Aktionär" nicht in Erfahrung bringen könne, woher das Gerücht stamme. In der Meldung hatte das Magazin von "Frankfurter Händlern" als Quelle gesprochen.

"Wir fordern auf alle Fälle das Recht auf Gegendarstellung und werden die Beweise darlegen, wie es uns wirklich geht", sagte Oberlehner zu Reuters.

Gericom habe aktuell 50 Mill. ? Cash auf den Konten, keine Kreditverbindlichkeiten und eine Eigenkapitalquote von rund 35 %.

Der April sei zudem absatzmäßig sehr gut gelaufen, Gericom habe den sehr guten April 2001 im April des laufenden Jahres nochmals deutlich übertroffen. "Der April ist besser gegangen, als wir alle erhofft haben", sagte Oberlehner ohne genauere Angaben.

Gericom hatte 2002 einen holprigen Jahresstart verzeichnet, weil sich das Unternehmen dem Wunsch Intels gefügt hatte, die neue Prozessergeneration Pentium-4 erst später auf den Markt zu bringen und dadurch Hauptkunden wie Lidl nicht mit P-4-Notebooks beliefern konnte. Diese Situation sei aber inzwischen längst behoben, die Kunden wieder mit guten Aufträgen bei Gericom in den Büchern.

Die Planzahlen für 2002 sehen einen Konzernumsatz von 640 (540) Mill. ? vor und eine auf 5,3 (4,9) Prozent verbeserte EBIT-Marge. 2002 sollen über 400 000 (338 000) Notebooks verkauft werden.

Gericom wurden unlängst auch an Stelle des Telematikanbieters Comroad in den Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 aufgenommen.

Das erste Quartalsergebnis 2002 soll am 24. Mai veröffentlicht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%