Berg- und Talfahrt endet tief im Minus - Versicherungsaktien stemmen sich gegen den Trend: Dax schließt unter 2 700 Punkten

Berg- und Talfahrt endet tief im Minus - Versicherungsaktien stemmen sich gegen den Trend
Dax schließt unter 2 700 Punkten

Eine regelrechte Berg- und Talfahrt der meisten deutschen Aktien ist am Donnerstag tief im Minus zu Ende gegangen.

HB/dpa FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex sank bis Börsenschluss um 1,4 Prozent auf 2 697,10 Punkte, der TecDax um 2,9 Prozent auf 357,52 Zähler. Der MDax gab 0,5 Prozent auf 2 972,70 Punkte ab. Die freundliche Tendenz der US-Börsen konnte an den deutschen Börsen nicht umgesetzt werden.

"Der Irakkrieg spielt kaum eine Rolle mehr, da der positive Verlauf von den Anlegern bereits vorweggenommen wurde", sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. Angesichts des näher rückenden Kriegsendes richte sich die Aufmerksamkeit nun wieder auf die zuletzt vernachlässigten Konjunktur- und Unternehmensdaten. Zusätzlich sorge die anstehende Berichtssaison für Sorgenfalten, da viele unerfreuliche Unternehmensnachrichten erwartet würden, ergänzte ein Händler.

Gegen den Trend stemmten sich die Versicherer. Die Aktien der Allianz-Aktien gewannen dank einer Studie der Commerzbank 1,7 Prozent auf 59,00 Euro und war damit der Dax-Spitzenreiter am Donnerstag. Münchener Rück kosteten 70,22 Euro, das entspricht einem Plus von 0,8 Prozent. Ein Marktteilnehmer machte die Drei- Milliarden-Euro-Anleihe, welche der Versicherer am Vortag begeben hatte, als Grund aus: Die Anleihe war stark überzeichnet, es gab Aufträge in einem Volumen von über sechs Milliarden Euro.

Die Autowerte notierten uneinheitlich: BMW-Titel gewannen 0,3 Prozent auf 28,75 Euro. Daimler-Chrysler verloren bereinigt um die Dividende um 1,2 Prozent auf 28,71 Euro. VW sanken um 2,9 Prozent auf 31,35 Euro. Zuvor waren sinkende Zulassungen bei Neuwagen bekannt geworden. Der Verband der Automobilindustrie VDA hatte der Branche dennoch eine relative Stabilität bescheinigt und steigende Zulassungen für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt. BMW kamen Studien von HVB und Merrill Lynch zu Gute. Die Analysten rechnen bei dem Unternehmen für das kommende Jahr mit mehr Gewinn als in 2003. Die neuen Modelle, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, würden das Ergebnis verbessern.

Am Tag der Hauptversammlung, an dem Schering seinen konservativen Jahrsausblick bestätigt hat, verloren die Anteile des Pharmakonzerns 4,5 Prozent auf 39,98 Euro. RWE-Anteile verloren am dritten Handelstag in Folge, obwohl die Tochtergesellschaft RWE Gas für das Gesamtjahr steigende Gewinne und Umsätze in Aussicht gestellt hatte. RWE sanken um 4,8 Prozent auf 22,19 Euro und verloren damit so viel an Wert wie kein anderer Dax-Titel.

Baukonzern Hochtief, bei dem RWE Mehrheitsgesellschafter ist, war dank der Aussichten auf weitere Gewinnsteigerungen und die Erhöhung der Dividende an der Börse gefragt. Der Titel zogen im MDax um 2,8 Prozent auf 11,58 Euro an. Im TecDax brachen Micronas Semiconductor bei enorm hohen Umsätzen um 16,4 Prozent auf 19,90 Euro ein. Die zurückgehenden Aufträge und die reduzierte Zielvorgabe für die nächsten Quartale lösten eine Verkaufswelle aus, berichteten Händler.

Überwiegend sinkende Aktienkurse fanden einen positiven Niederschlag am Rentenmarkt. Der Rex stieg um 0,1 Prozent auf 118,24 Punkte, der Bund Future um 0,1 Prozent auf 113,93 Punkte. Die Umlaufrendite fiel auf 3,86 (Mittwoch: 3,90) Prozent.

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