Bergungsaktion macht Fortschritte
Taucher bohrten mehrere Löcher in Rumpf der "Kursk"

Die Bergungsaktion für das in der Barentssee gesunkene russische Atom-U-Boot macht weiter Fortschritte. Am Samstag bohrten Taucher nach der Installation von spezieller Wasserstrahltechnik Löcher in die dritte und der vierte Sektion der "Kursk".

dpa MOSKAU. Wie Marinesprecher Igor Dygalo am Sonntag dem russischen Fernsehsender NTW sagte, sollten die Taucher in Kürze mit ähnlichen Arbeiten an der fünften Sektion beginnen. Bei weiteren Einsätzen würden sie Punkte für Löcher an der siebten und der achten Sektion markieren.

Die Löcher werden mit einem millimeterdünnen Wasser-Abrasiv-Strahl bei einem Druck von 1500 Atü (rd. 1470 bar) geschnitten. An ihnen sollen später mit Ankerhaken 26 Stahlseile zur Bergung des Wracks festgeklemmt werden. "Geplant ist auch, am Sonnabend mit der Montage einer ferngesteuerten Säge zu beginnen, mit der der zerstörte Bug mit der vorderen Torpedokammer vom Wrack der 'Kursk' abgetrennt wird", sagte der Sprecher. Zu diesem Zweck sollen im Meeresboden riesige Hydraulikzylinder verankert werden, die eine Sägekette abwechselnd durch die Stahlhütte des Wracks ziehen. Das gleicht dem Wechselspiel beim Sägen eines Holzstammes.

Das Team internationaler Spezialtaucher war am vergangenen Wochenende an der Unglücksstelle der "Kursk" in der Barentssee eingetroffen. Vor Ort hat sich inzwischen eine Flotte von russischen Kriegs- und Versorgungsschiffen versammelt, darunter auch das Lazarettschiff "Swir". Vor Beginn der eigentlichen Bergungsaktion muss das 150 Meter lange U-Boot vom Schlamm befreit werden. Bislang hat das Spezialschiff "Mayo" lediglich das Bugteil freigelegt. Die komplizierte Hebung des 18 000 Tonnen schweren Wracks ist für Mitte September vorgesehen.

Die gigantische Last soll dann von computergesteuerten Hydraulikhebern langsam nach oben gezogen werden. Die Heber können bis zu zwei Meter hohe Wellen ausgleichen, ohne dass die Fracht unten in Schieflage gerät. Bis knapp unter die Wasseroberfläche angehoben, wird das Wrack in Richtung Küste geschleppt.

Die "Kursk", das modernste U-Boot der russischen Marine, war am 12. August letzten Jahres nach der mutmaßlichen Explosion eines bordeigenen Torpedos mit 118 Mann Besatzung in der Barentssee gesunken. Anfang November 2000 waren bereits zwölf Leichen aus dem hinteren Teil des U-Bootes geborgen worden. Einige der Seeleute hatten das Unglück noch mehrere Stunden überlebt, bis der Luftvorrat aufgebraucht war.

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