Bericht der "Financial Times" zurückgewiesen
Thyssen-Krupp dementiert Fusionsgespräche mit Usinor

Thyssen-Krupp hat Pläne für den Börsengang ihres Stahlbereichs bekräftigt. Zugleich dementierte das Unternehmen Spekulationen, der Stahlbereich werde mit der französischen Usinor fusionieren.

Reuters DÜSSELDORF. "Es gibt keinerlei Gespräche mit Usinor", sagte Konzernsprecher Peter Blau am Freitag in Düsseldorf. Thyssen-Krupp habe im Übrigen auch keine Pressekonferenz zum Börsengang verschoben. Die "Financial Times" hatte am Freitag berichtet, der Konzern habe ein solches Treffen angesichts der Gerüchte über eine Fusion abgesagt.

Naturgemäß gebe es vor Börsengängen Pressekonferenzen, sagte Blau. Auch bei Thyssen-Krupp werde es daher eine geben. Der Termin sei bislang noch nicht bekannt gegeben worden. Er liege aber, wie es in solchen Fällen üblich sei, nicht sehr weit vom Zeitpunkt des Börsengangs entfernt. Vorstandschef Ekkehard Schulz hatte auf einer Betriebsrätekonferenz am vergangenen Dienstag noch einmal bekräftigt, ThyssenKrupp werde im September oder Oktober bis zu 35 % seines Stahl an die Börse bringen. "Mit Usinor gibt es weder Gespräche noch Verhandlungen", hatte Schulz gesagt. Er reagierte damit auf einen Bericht der "Financial Times" vom Montag. Die Zeitung hatte geschrieben, an den Märkten würde eine Fusion des ThyssenKrupp-Stahls mit Usinor als sinnvoll betrachtet.

Konzentrationsprozess wird in der Branche allgemein erwartet

Die Fusionsgerüchte konnte sich der Thyssen-Krupp-Sprecher nicht erklären. Denkbar sei allenfalls, dass längst bekannte Äußerungen des Vorstands weiter interpretiert worden seien. Bei der ersten Veröffentlichung der Börsenpläne Ende vorigen Jahres hatte Schulz gesagt, die sukzessive Entkoppelung des Stahlgeschäfts solle dessen Eigenständigkeit stärken. Ein eigenständiger Stahl könne den Konsolidierungsprozess in der Stahlindustrie aktiv begleiten. In der Branche gilt es als unstrittig, dass es in den nächsten Jahren zu einem Konzentrationsprozess kommen wird. Mit Blick auf eine Fusion des Thyssenkrupp-Stahls mit Usinor wurde aber schon mehrfach auf die zu erwartenden kartellrechtlichen Probleme eines solchen Deals hingewiesen. Vor allem beim Edelstahl und beim Flachstahl dürften beide in Europa eine marktbeherrschende Stellung erreichen.

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