Bericht der Störfall-Kommission zu möglichen Terrorzielen
Trittin will Chemieanlagen und Kraftwerke besser schützen

Gefährdete Industrieanlagen wie Chemiefabriken oder konventionelle Kraftwerke sollen künftig noch besser gegen Terroranschläge geschützt werden.

ap BERLIN. Gefährdete Industrieanlagen wie Chemiefabriken oder konventionelle Kraftwerke sollen künftig noch besser gegen Terroranschläge geschützt werden. Die Störfall-Kommission habe dazu einige Vorschläge gemacht, die rasch umgesetzt werden sollten, erklärte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Dienstag in Berlin. Die zuständigen Länderbehörden sollten dabei mit den Betreibern zusammenarbeiten.

Generell seien deutsche Industrieanlagen und konventionelle Kraftwerke schon gut gegen Terrorakte gesichert, gab Trittin die Erkenntnisse der Störfall-Kommission wieder. Weitere Verbesserungen seien aber möglich und auf Grundlage bestehender Vorschriften auch schnell umsetzbar.

So empfehle die Kommission den Betreibern, mögliche Terror-Ziele in ihren Anlagen zu identifizieren. Dabei solle berücksichtigt werden, ob bei einem etwaigen Anschlag gefährliche Stoffe ins Freie gelangen, explodieren oder in Brand geraten könnten und ob dies Auswirkungen auf Schulen, Bahnhöfe oder ähnliche Einrichtungen haben könnte. Bei der Abschätzung des Risikos solle auch die wirtschaftliche und symbolische Bedeutung des Unternehmens berücksichtigt werden.

Für den Fall, dass ein Unternehmen ein solches Ziel bietet, empfiehlt die Kommission den Angaben zufolge konkrete zusätzliche Schutzmaßnahmen. Dazu zählen Sicherung und Überwachung der Werksgrenzen, die eindeutige Identifizierung aller Betriebsangehörigen, um Fremde draußen zu halten, und Sicherheitsschulungen der Mitarbeiter. Alarm- und Gefahrenabwehrpläne sollten entsprechend ergänzt werden. Trittin hatte den jetzt vorgelegten Bericht der Kommission nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September angefordert. Die Reaktorsicherheitskommission hatte bereits eine ähnliche Analyse für Atomanlagen vorgelegt. Deren Ergebnis war, dass Reaktoren kurzfristig kaum vollständig vor gezielten Abstürzen großer Flugzeuge zu schützen seien.

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