Bericht der „Süddeutschen Zeitung“
Becker droht neuer Steuer-Prozess

Der Anwalt von Ex-Tennisstar Boris Becker erwartet im Streit mit der Stadt München um die Zahlung von Steuerschulden eine gütliche Einigung. Trotzdem könnten auf den früheren Wimbledonsieger wenige Wochen vor einem neuen Prozess wieder Auseinandersetzungen mit den Finanzbehörden zukommen.

Reuters MÜNCHEN. "Ich rechne weiter mit einer Einigung", sagte der Rechtsanwalt Jörg Weigell am Montag in München auf Reuters-Anfrage. Die Gespräche mit der Stadt liefen noch. Becker habe der Stadtkämmerei im Streit um eine Zahlung von Gewerbesteuern Sicherheiten angeboten. Die Stadt habe zudem erst vor kurzem einen Aufschub vor Vollstreckungsmaßnahmen gewährt.

Der Becker-Anwalt reagierte damit auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach die Stadtkämmerei Beckers Steuerschulden eintreiben will. Bei den Forderungen handele es um 660 000 ? an Gewerbesteuern, die Becker als Profispieler nicht entrichtet habe, berichtete die Zeitung. Ein Sprecher der Stadtkämmerei wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Weigell sagte, die Forderungen der Stadt seien wesentlich geringer.

Sollte Becker Gewerbesteuern nachzahlen müssen, wäre dies ein weiterer Rückschlag für den dreifachen Wimbledonsieger. Das Landgericht München hatte Becker erst im Oktober 2002 wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 500 000 Euro Strafe verurteilt. Becker, der sich heute als Tennismanager bezeichnet, hatte vor seinem Steuerprozess dem Finanzamt bereits mehr als drei Mill. ? an Steuerschulden zurückgezahlt.

Die Steuerfahndung hatte jahrelang gegen Becker ermittelt und herausgefunden, dass er sich Anfang der 90er-Jahre heimlich im Münchner Nobelstadtteil Bogenhausen ein Dachgeschoss eingerichtet hatte. Offiziell lebte er hingegen seit 1984 im Steuerparadies Monaco.

Im September steht Becker nach Angaben des Landgerichts München erneut vor Gericht, weil der Insolvenzverwalter des Internetportals Sportgate den Ex-Tennisstar verklagt hat. Der Insolvenzverwalter verlangt von Becker 1,5 Mill. ?, die dieser Sportgate angeblich zugesagt haben soll. Das Onlineportal, an dem Becker die Mehrheit hielt, hatte im Sommer 2001 Insolvenz angemeldet. Becker hat die Forderungen zurückgewiesen.

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