Bericht deutet höhere ausländische Beteiligungen an
Chinas Automarkt vor weiterer Öffnung

Der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO im Dezember hat keine Branche so schnell und so vehement getroffen wie die Autoindustrie.

mg PEKING. Die Einfuhrtarife wurden zu Jahresbeginn nahezu halbiert. Die Preise vieler Modelle purzelten um 15 bis 20 %. Einem chinesischem Zeitungsbericht zufolge können ausländische Hersteller nun auch auf höhere Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Produzenten hoffen.

Die Finanzzeitung Cai Jing Shi Bao zitiert ohne Namensnennung einen hohen Manager von Chinas größtem Autounternehmen, dem Volkswagen-Partner FAW, mit der Aussage, ausländische Autokonzerne hätten sich überall in Asien mit Produktionen so gut aufgestellt, dass sie mühelos China bei sinkenden Einfuhrtarifen mit Importautos beliefern könnten, falls man ihnen keine höheren Anteile an den lokalen Firmen erlaube.

China hatte mit der WTO eine Beteiligungsgrenze von 50 % festgelegt. Doch nach Einschätzung des FAW-Managers öffnet sich der lokale Markt so weit, dass sich ausländische Konzerne immer weniger auf lokale Partner stützen müssen, weil sie eigene Vertriebsnetze aufbauen und politische Kontakte an Bedeutung verlieren. Der FAW-Manager wird mit dem Hinweis zitiert: "Ich habe das Gefühl, die nächste Forderung von VW wird sein, den Anteil am Joint Venture zu erhöhen. Wenn die deutsche Seite solche Forderungen stellt, haben die Chinesen keine starke Position". Die Äußerung ist für chinesische Medien, in denen derartige Stellungnahmen nicht zufällig erscheinen, verblüffend offen.

Im Joint Venture in der nordostchinesischen Stadt Changchun, werden die VW-Modelle Jetta und Bora sowie der A6 von Audi hergestellt. VW hält an dem 1991 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen derzeit 30 %, die Konzerntochter Audi 10 %, FAW 60 %. VW ist in China mit einem Verkaufsanteil von 52 % Marktführer. Bei VW in Wolfsburg wird aber abgewunken. "Wir sind mit den derzeitigen Beteiligungsverhältnisssen nach wie vor sehr zufrieden", sagt Unternehmenssprecher Hans-Peter Blechinger.

Die Option der Übernahme von chinesischen Produzenten durch ausländische Unternehmen würde aber Sinn machen. Die Zentralregierung in Peking will drei große Autokonglomerate aufbauen, SAIC in Schanghai, FAW und Dongfeng in Wuhan. Doch bei allen drei lokalen Autofirmen sind nicht genügend Kapital und Know how vorhanden, um sich erfolgreich gegen den Ansturm westlicher Autoriesen zu stemmen. Die wiederum würden wichtige Handlungsfreiheiten in Entwicklung, Design, Modellpolitik und Vertrieb gewinnen, hätten sie doch über die Kapitalseite mehr Einfluss in den Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern.

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