Bericht eines Branchendienstes
Irak beendet offenbar Vertrag mit Lukoil

Irak hat einen Vertrag mit dem russischen Mineralölkonzern Lukoil beendet, wie der Branchendienst "Energy Intelligence Briefing" am Donnerstag meldete. Damit hat Russland im Tauziehen um die irakischen Ölreserven einen emmfpindlichen Rückschlag erlitten.

Reuters LONDON. Die irakische Regierung habe den Vertrag über die Erschließung des Ölfeldes Qurna West zum 9. Dezember für null und nichtig erklärt, berichtete der Branchendienst unter Berufung auf einen Brief des irakischen Ölministeriums an den Lukoil-Präsidenten Wagit Alekperow. Das Ölfeld Qurna West gehört zu den lukrativsten des Landes und soll bei Anfangsinvestitionen von rund 3,7 Mrd. Dollar (rund 3,6 Mrd. ?) 600 000 Barrel Öl am Tag (1 Barrel = 159 Liter) liefern.

Irak hat nach Saudi-Arabien die größten Ölvorkommen der Welt. Wegen internationaler Sanktionen in Folge des Golfkrieges 1991 darf das Land jedoch nur geringe Mengen davon unter Kontrolle ausführen. Derzeit ringen mehrere Staaten miteinander um Einfluss auf die Ölförderung, sollten die Sanktionen aufgehoben oder der irakische Präsident Saddam Hussein seine Macht verlieren.

Russische Ölunternehmen hatten bereits die Befürchtung geäußert, das Geschäft mit Qurna West an US-Firmen zu verlieren. Russland gilt als engster Verbündeter Iraks im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) und hat sich dort immer gegen den von den USA und Großbritannien angedrohten Militärschlag gegen das Land ausgesprochen.UNO - Waffeninspektoren kontrollieren derzeit das Waffenarsenal des Landes. Die UNO drängt auf eine Abrüstung des Landes.

Der Branchendienst berichtete weiter, den Ausschlag für die Entscheidung der irakischen Führung hätten Aussagen Alekperows gegeben, sein Unternehmen habe die Zusicherung der russischen Regierung, Qurna West auch im Falle eines Sturzes Saddams nicht zu verlieren.

Unter den Sanktionen sind ausländische Investitionen ins irakische Ölgeschäft seit zwölf Jahren untersagt. Russische und chinesische Firmen haben jedoch Verträge abgeschlossen und stehen bereit, die Arbeiten unmittelbar nach Ende der Sanktionen aufzunehmen. Die französische TotalFinaElf hat für zwei Ölfelder die exklusiven Verhandlungsrechte. Hierbei geht es um Investitionen im Umfang von rund sieben Mrd. Dollar.

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