Bericht über Aufstand in Basra stützt
Berg- und Talfahrt an der Wall Street

Berichte über einen Aufstand in der zweitgrößten irakischen Stadt Basra haben am Dienstag die US-Aktienmärkte gestützt. Händler sagten, die Kurse hätten im späten Geschäft jedoch einen Teil ihrer Gewinne eingebüßt, nachdem der US-Senat für eine deutliche Reduzierung der von Präsident George W. Bush geplanten Steuersenkungen gestimmt und damit seine vorherige Haltung unerwartet geändert hatte.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones lag zum Handelsschluss um 0,8 % höher auf rund 8280 Punkten. An der Technologiebörse legte der Nasdaq-Index 1,6 % auf 1391 Zähler zu. Der S&P-500-Index gewann 1,2 % auf 875 Punkte.

Analysten sagten, der Markt habe nach Berichten über einen Aufstand der Bevölkerung gegen Anhänger des irakischen Präsidenten Saddam Hussein in Basra zunächst seine Gewinne ausgebaut. Nach Angaben eines britischen Militärsprechers gibt es Berichte über einen solchen Aufstand, der sich gegen Mitglieder der Baath-Partei Saddams richten solle. Während Irak diese Berichte dementierte, bestätigte eine in Iran ansässige irakische Oppositionsgruppe eine Erhebung in der Hafenstadt.

"Es gab eine Schlagzeile über einen Volksaufstand in Basra", sagte James Caron von Merill Lynch. "Wer weiss, ob es bestätigt wird, oder ob es wahr ist. Der Markt hat im Moment nur diese Schlagzeile und reagiert darauf. Das hat dem Aktienmarkt geholfen und die Anleihekurse gedrückt." Im späten Geschäft jedoch gab die Wall Street einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, was Händler mit der Entscheidung des US-Senats zu den geplanten Steuersenkungen erklärten. "Die Zeichen standen stark auf Verkaufen seit der Senat das Steuerpaket halbiert hat", sagte Craig Cummins, Partner bei Cantor Fitzgerald.

Mit 51 zu 48 Stimmen votierte der von Republikanern dominierte Senat am Dienstag für die Reduzierung der von Bush geplanten Steuersenkungen von 726 Mrd. Dollar auf etwa 350 Mrd. Dollar. Senator Max Baucus sagte, Sorgen über die Kosten des Irak-Krieges hätten die Senatoren veranlasst, für geringere Steuersenkungen zu stimmen.

Die am Vortag kräftig gebeutelen Aktien der US-Fluggesellschaften erholten sich deutlich. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Bill Frist, hatte zuvor gesagt, er erwarte, dass der US-Kongress den Fluglinien finanzielle Hilfen gewähren werde. Dies habe Hoffnungen gestützt, dass einige große Gesellschaften damit dem möglichen Bankrott entgehen könnten, sagten Börsianer. Gestützt auf die Kursgewinne der Aktien von Delta Airlines, die rund drei Prozent auf 9,81 Dollar anzogen, und von Southwest Airlines, die rund fünf Prozent auf 15,12 Dollar stiegen, legte der S&P-Branchenindex um rund fünf Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,32 Mrd. Aktien den Besitzer. 2374 Werte legten zu, 903 gaben nach und 169 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,38 Mrd. Aktien 2003 im Plus, 1085 im Minus und zehn unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen leicht um 3/32 auf 99-10/32. Sie rentierten mit 3,96 %. Die 30-jährigen Bonds schlossen unverändert mit 106-21/32 und hatten eine Rendite von 4,93 %.

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