Bericht über Geldnot
Swissair legt Allianz mit Alitalia auf Eis

dpa ZÜRICH. Die Luftfahrtgesellschaften Swissair und Alitalia haben ihre Gespräche über eine Allianz auf Eis gelegt. Der Sprecher der Swissair-Mutter SAirGroup, Jean-Claude Donzel, bestätigte am Wochenende einen entsprechenden Bericht der Boulevardzeitung "Blick". Im kommenden Jahr kommt die SAirGroup nach einem Bericht der Schweizer "Sonntagszeitung" in Geldnot. Das Unternehmen rechne für 2001 wegen des schlechten Geschäfts der Swissair und der belgischen Sabena mit einem Verlust von 300 Mill. Franken (198 Mill. Euro/387 Mill. DM). Deshalb wolle die SAirGroup Immobilien im größeren Umfang verkaufen. In diesem Jahr soll noch ein Gewinn von 200 Mill. Franken anfallen.

SAir-Sprecherin Beatrice Tschanz bestätigte die geplanten Immobilienverkäufe, wollte sich zu den Budgetzahlen für das kommende Jahr jedoch nicht äußern. Nach Angaben der "Sonntagszeitung" sollen Immobilien im Wert von 400 Mill. Franken verkauft werden, darunter auch die Zentrale in Balsberg, die dann zurückgeleast werden soll. Der gesamte Immobilienbesitz der SAirGroup hat nach Angaben aus dem Geschäftsbericht einen Anschaffungswert von 2,1 Mrd. Franken.

Gründe unbekannt

Die Gespräche mit der Alitalia sind nach Angaben der Sprecherin zwar ausgesetzt, aber nicht abgebrochen. Zu den Gründen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Das Interesse an Beteiligungen an der Malaysian Airlines und an der Turkish Airlines THY sowie an der ungarischen Malev bestehe weiter. Branchenkenner halten einen Kapitaleinstieg der SAir bei Malaysia Airlines in Höhe von 29 % für wahrscheinlich.

Nach Angaben des "Blick" sprach sich der zehnköpfige Verwaltungsrat der SAir gegen die Allianz mit Alitalia aus, um die dünne Eigenkapitaldecke von 20 % nicht noch weiter abschmelzen zu lassen. Alitalia führt auch Gespräche mit Air France. Im Frühjahr war die Allianz zwischen der niederländischen KLM und Alitalia gescheitert. KLM machte die langsame Privatisierung der Alitalia und Probleme mit dem Mailänder Flughafen Malpensa für das Scheitern verantwortlich.

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