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Bericht über Milliardenloch bei Bank-Konzern dementiert

Berlins Finanzsenator Peter Kurth (CDU) hat einen Medienbericht dementiert, wonach die Bankgesellschaft Berlin einen weiteren Kapitalbedarf in Milliardenhöhe gebe.

Reuters BERLIN. Kurth sagte am Dienstag im Info-Radio Berlin-Brandenburg, Meldungen über einen weiteren Finanzbedarf von 2,5 Mrd. DM seien falsch. Es bleibe bei dem bislang von Bankenaufsicht und Wirtschaftsprüfern ermittelten Kapitalbedarf von vier Milliarden Mark für die Bankgesellschaft, sagte er nach Angaben des Senders. Der Chef der Kölner Versicherungsgruppe Parion, Wolfgang Peiner, forderte in Medienberichten eine deutliche Verkleinerung des Bank-Konzerns.

Parion hält 7,5 Prozent an der Bankgesellschaft. Eine Parion-Sprecherin bestätigte, die Versicherungsgruppe sei an dem Kauf der zum Bank-Konzern gehörenden Weberbank interessiert.

Die "Berliner Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete unter Berufung auf interne Vorstands- und Aufsichtsratsunterlagen der Bank, die Bankgesellschaft brauche allein von Drittbanken rund 2,5 Milliarden Mark an Darlehen. In Verbindung mit der Bankgesellschaft-Tochter IABG, die das Institut zeitweise verkauft hatte, dann aber wieder zurückkaufen musste, sei ein "bisher so nicht bekannter Kapitalbedarf von mehr als fünf Milliarden Mark" aufgetaucht, der durch diese Kredite von Drittbanken auf 2,5 Milliarden Mark reduziert werden könnten.

Kurth sagte nach Angaben des Senders, diese Bericht sei auch deshalb falsch, "weil wir jetzt die Jahresabschlüsse auf dem Tisch haben und auch die Einschätzung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen".

Peiner forderte Medienberichten zufolge, die Bankgesellschaft deutlich zu verschlanken. So sollte sich der Bank-Konzern aus dem Großkreditgeschäft sowie aus der Immobilienentwicklung zurückziehen. Eine Parion-Sprecherin bestätigte am Dienstag, dass die Versicherungsgruppe an der Übernahme des zum Bank-Konzern gehörenden Privatbankhauses Weberbank interessiert ist. Entsprechende Gespräche würden mit der Bankgesellschaft geführt. Unter Berufung auf Peiner berichtete die "Börsen-Zeitung", Parion wolle die Weberbank mit Hilfe von wohlhabenden Kapitalanlegern kaufen. 94,9 Prozent der Anteile der Weberbank liegen bei der Landesbank Berlin (LBB), die ebenfalls zum Bank-Konzern gehört.

Der Bruch der CDU/SPD-Koalition vorige Woche und die damit verbundene Regierungskrise in Berlin erschweren derzeit die Gespräche über eine neue Eigentümerstruktur der Bankgesellschaft. Bislang hatte Finanzsenator Kurth dafür die Federführung. Kurth wird mit der geplanten Abwahl des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) kommenden Samstag voraussichtlich seinen Posten im Senat verlieren. CDU und SPD wollen aber den Kapitalbedarf der Bankgesellschaft von zwei Milliarden Euro sicherstellen.

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