Bericht über neue Tyco-Probleme - Kurs stürzt ab
Tyco-Ermittlungen ziehen Kreise

Die Anklage gegen den ehemaligen Tyco-Chef Dennis Kozlowski wegen Steuerhinterziehung könnte weitere Ermittlungen nach sich ziehen.

Reuters NEW YORK. Der Kurs der Tyco-Aktie ist am Freitag nach einem Zeitungsbericht über eine mögliche Ausweitung der Ermittlungen gegen den Mischkonzern und Spekulationen über eine Verschiebung des Börsengangs der Finanztochter CIT um fast 30 Prozent auf 10,34 Dollar gesunken.

Tyco habe seit Jahresanfang fast 100 Milliarden Dollar an Wert verloren, mehr als der zusammengebrochene Energiehandelskonzern Enron , sagten Händler. "Die Lage kann sich noch verschlechtern, und ich glaube, sie wird sich verschlechtern, weil sie (Tyco) Bilanzprobleme haben und sie haben keine Glaubwürdigkeit", sagte Analyst Rob Plaza.

Die Anklage gegen den Ex-Tyco-Chef Dennis Kozlowski wegen Steuerhinterziehung könnte einem Bericht des "Wall Street Journal" (Freitagsausgabe) zufolge weitere Ermittlungen nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft von New York wolle offenbar die Verwendung von Firmengeldern für private Zwecke der Manager genauer prüfen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Sollte Geld des Unternehmens zu Gunsten der Firmenführung verwendet worden sein, drohten auch dem Unternehmen und dem Management Klagen wegen Steuerhinterziehung und Fälschung von Belegen.

Tyco selbst hatte eine "umfassende interne Untersuchung" zur Verwendung von Firmengeldern für private Zwecke angekündigt. "Wir führend eine interne Untersuchung durch und kooperieren mit dem Bezirksstaatsanwalt", hatte Tyco-Sprecher J. Brad McGee am Donnerstag gesagt. Tyco sucht nach eigenen Angaben nach einem neuen Firmenchef.

Einen Tag nach seinem Rücktritt als Chairman und Chief Executive war Kozlowski am Dienstag wegen Verstößen gegen das Umsatzsteuer-Gesetz und Urkundenfälschung angeklagt worden. Dem 55-jährigen wird vorgeworfen, beim Kauf von Kunstwerken für mehr als 13 Millionen Dollar die fällige Umsatzsteuer von einer Million Dollar mittels falscher Dokumente umgangen zu haben.

Tyco hat am Freitag zwar bekräftigt, weiterhin an dem Börsengang der Finanztochter CIT festzuhalten. Das Unternehmen ließ jedoch offen, ob es am geplanten Zeitpunkt festhalte. Bislang wollte Tyco das Finanzgeschäft CIT bis Ende Juni an den Kapitalmarkt bringen, bekam den Angaben zufolge jedoch noch nicht grünes Licht von der US-Börsenaufsicht SEC. Die Börsenaufsicht habe noch offene Fragen, hieß es in Unternehmenskreisen.

Die mit 23 Milliarden Dollar verschuldete Tyco rechnet nach früheren Angaben damit, mit Hilfe des Börsenganges Anfang 2003 Fälligkeiten über 3,25 Milliarden Dollar begleichen zu können. Tyco hatte CIT voriges Jahr für zehn Milliarden Dollar gekauft. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen den geplanten Verkauf von CIT an Lehman Brothers für fünf Milliarden Dollar nicht zum Abschluss bringen können.

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