Bericht über Übernahmeangebot
Deutsche Telekom prüft Übernahme von Sprint

Nach der geplatzten Fusion zwischen Sprint und MCI WorldCom prüft der Bonner Ex-Monopolist ein Zusammengehen mit Sprint. Die T-Aktie gab deutlich nach.

dpa-afx/afp/Reuters LONDON. Die Deutsche Telekom prüft nach der geplatzten Fusion zwischen Sprint und MCI WorldCom ein Zusammengehen mit Sprint. Dies berichtet das "Wall Street Journal Europe" (Originalbericht) am Donnerstag unter Berufung auf Telekom-Kreise.

Das Management des Bonner Ex-Monopolisten habe auf einer Sitzung am gestrigen Mittwoch die Chancen für einen Einstieg in den USA diskutiert. Allerdings sei Sprint nicht die einzige Option, hieß es. Als potenzielle Kandidaten gelten in Branchenkreisen auch die US-Konzerne Qwest und US West. Die Telekom wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Bericht äußern.

Ergänzend berichtete die "Times", dass die Telekom die Abgabe eines Übernahmeangebotes von mindestens 100 Mrd. $ plane. Die offizielle Abgabe der Offerte könne bereits in der kommenden Woche erfolgen.



T-Aktie verliert 5 Prozent

Die Aktie der Deutschen Telekom ist am Donnerstag an der Frankfurter Börse um zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent eingebrochen, was Händler als Kursausbruch nach unten werteten. Wichtiger als die Übernahmephantasien sei allerdings, dass keine Stützungskäufe mehr von Seiten der Konsortialbanken für die dritte Emissionstranche getätigt würden. "Wenn wie jetzt ein großer Käufer fehlt, geben die Titel eben nach", sagte ein Händler.



Keine Stützungskäufe mehr

Auf dem Parkett war bereits seit Tagen über Stützungskäufe der Deutschen Bank berichtet worden, um das Kursniveau bei 63,50 Euro zu halten. Zu diesem Preis hatten die meisten Privatanleger vor rund eineinhalb Wochen Telekom-Aktien aus Bundesbesitz erhalten.

Der Xetra-Handel konzentrierte sich fast ausnahmslos auf Telekom-Aktien, von denen mehr als drei Millionen Aktien den Besitzer wechselten. Händler sagten, die Telekom-Aktien könnten auf Kurse von rund 60 Euro fallen. Sollte diese Marke nicht halten, seien die Titel "erst mal nach unten frei".

Der Verlust der Deutschen Telekom zog angesichts des großen Gewichts der T-Aktie den gesamten Deutschen Aktienindex (Dax) nach unten: Das Börsenbarometer stand am frühen Nachmittag unter 6900 Punkten und damit 2,3 Prozent im Minus.

Anleger werden langsam nervös

"Die Anleger werden zunehmend nervös bei der Telekom, es gibt eine Menge Unsicherheit", berichtete ein Händler vom Börsengeschehen. So werde vermutet, dass die Telekom mehr als 200 Mrd. DM für Sprint bieten könnte. Der deutschen Branchenführer hatte sich früher schon einmal um den US-Anbieter bemüht, war damals aber vom US-Konzern MCI WorldCom überboten worden. Die Großfusion WorldCom/Sprint droht nun an massiven Bedenken der Wettbewerbshüter zu scheitern, was die Telekom wieder auf den Plan rufen könnte.

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