Bericht zu Ursachen des Aufstands in Palästinensergebieten
Mitchell-Kommission: Kein Ende der Gewalt in Israel

Die internationale Mitchell-Kommission, die die Ursachen des Aufstands in den Palästinensergebieten erforscht, hat am Freitag erste Ergebnisse vorgelegt.

dpa JERUSALEM. Israelis und Palästinenser werden US-Präsident George W. Bush ihre Anmerkungen zu dem Bericht weiterleiten. Dann entscheidet Bush, wann und wie der Bericht der vom ehemaligen US-Senator George Mitchell geleiteten Kommission veröffentlicht wird. Die Kommission wurde im Oktober bei einem Nahost-Gipfel unter Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich eingerichtet.

Israelische Soldaten und Palästinenser lieferten sich unterdessen am Freitag heftige Gefechte nördlich der Stadt Ramallah im Westjordanland. Auf das israelische Dorf Kfar Azza in der Nähe des Gazastreifens wurde ein Mörserangriff verübt. Dabei gab es keine Verletzten.

In der Online-Ausgabe der israelischen Zeitung "Haaretz" hieß es, der Bericht der Mitchell-Kommission beschränke sich auf Empfehlungen, wie künftige Konflikte vermieden werden könnten. Außerdem spreche sich die Kommission gegen die Entsendung internationaler Beobachter ins Westjordanland und in den Gazastreifen aus. Die Palästinenser hatten mehrmals solche Beobachter verlangt. Nach anderen Medienberichten geht der Bericht hart mit der israelischen Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten sowie der palästinensischen Gewalt ins Gericht.

Das Büro von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon wies unterdessen Bemerkungen von Infrastrukturminister Avigdor Lieberman zurück. Der ultra-nationalistische Politiker hatte in einem am Freitag in der Zeitung "Maariv" veröffentlichten Interview gesagt, wenn es nach ihm ginge, würde er "nicht zögern, die israelische Armee in alle palästinensisch kontrollierten Gebiete zu schicken ... für eine Zeit von 48 Stunden, um die Militärstruktur der Palästinenser zu zerstören".

Nach einer in der Zeitung "Yediot Aharanot" veröffentlichten Umfrage sind nur drei Prozent der Israelis für eine erneute Besetzung palästinensisch kontrollierter Gebiete. 53 % der Befragten ziehen eine diplomatische Lösung des Konflikts vor.

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