Berichtssaison über Quartalsergebnisse läuft auf Hochtouren
Angst vor weiteren Milzbrand-Fällen drückt Wall Street

Berichte über Milzbrand-Sporen im Belüftungssystem des US-Senats und in den Büros des Gouverneurs von New York hätten den Markt belastet und positive Nachrichten von der Unternehmensseite in den Hintergrund gedrängt, sagten Börsianer.

rtr NEW YORK. Die Angst vor weiteren Milzbrand-Fällen in den USA hat nach Händlerangaben die Kurse an den New Yorker Aktienmärkten am Mittwoch nach zunächst freundlichem Start deutlich ins Minus gedrückt. "Die Bedrohung der Gesundheit - die Bedrohung durch Terrorismus - nimmt jetzt eine zentrale Stellung ein", sagte Graham Tanaka, Präsident der Tanaka Capital Management. "Es hat jegliche Hoffnung auf Bodenbildung oder Stabilisierung überschattet. Der Markt war erfreut darüber, dass IBM und Intel die Prognosen erfüllten. Der Markt hatte Schlimmeres erwartet."

Der Standardwerte-Index Dow Jones tendierte gegen 19.30 Uhr MESZ 1,15 % im Minus bei 9275,62 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor bis dahin 2,71 % auf 1675,42 Zähler. Der breiter gefasste S&P-Index gab 1,32 % auf 1082,91 Punkte nach.

Der Präsident des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, hatte zunächst gesagt, in Bereichen des Belüftungssystem des Senats und im Postraum seien Sporen des Milzbrand-Erregers gefunden worden. Die Fraktion der Demokraten teilte danach jedoch mit, es seien keine Sporen gefunden worden. Die Demokraten erklärten zudem, es könne sein, dass die Anzahl der als Milzbrand-positiv gemeldeten Mitarbeiter des Senators Tom Daschle nach weiteren Tests drastisch sinke. Weiterhin hatte der US-Fernsehsender NY1 News unter Berufung auf Regierungskreise des Bundesstaates New York berichtet, im Büro des Gouverneurs von New York, George Pataki, seien geringe Mengen des Milzbranderregers gefunden worden.

Belastend für den Markt seien aber auch Äußerungen von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan gewesen, sagten Händler. Greenspan hatte gesagt, dass Unternehmen und Verbraucher sich nach den Anschlägen vom 11. September bei Konsum und Investitionen zurückgehalten hätten. Die Anschläge würden sich voraussichtlich dämpfend auf das Produktivitätswachstum auswirken. Er hoffe aber, dass es sich um ein vorüber gehendes Phänomen halte.

Der Technologie-Index Nasdaq war nach positiven Quartalsergebnissen und eher optimistischen Prognosen des US-Computerherstellers IBM und des Chipherstellers Intel zunächst fester in den Handel gestartet. IBM hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss einen Umsatzrückgang von 20 % bekannt gegeben. Der Markt habe aber mit einem noch größeren Minus gerechnet, hieß es. IBM-Aktien notierten im Verlauf 2,48 % fester auf 104,38 %.

Beim Chiphersteller Intel habe der Gewinnrückgang um 77 % im Rahmen der Erwarungen der Experten gelegen, sagten Branchenkenner. Intel lagen wenig verändert mit plus 0,16 % auf 25,01 Dollar. Die Aktien des Pharma-Herstellers Pfizer kletterten 1,34 % auf 41,65 Dollar. Das Unternehmen hatte vor US-Börsenbeginn einen Anstieg seines Quartalsgewinns um 28 % bekannt gegeben.

Bei den Finanztiteln legten J.P. Morgan Chase 3,3 % auf 35,06 Dollar zu. Die zweitgrößte US-Bankenholding hatte im abgelaufenen Quartal wegen der schwachen US-Konjunktur und der Folgen der Anschläge vom 11. September einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 27 % hinnehmen müssen. Die Zahlen trafen jedoch in etwa die Erwartungen der Analysten. Auch der Gewinn des größten US-Finanzdienstleistungskonzerns Citigroup sank im dritten Quartal. Die Aktie stieg jedoch 0,67 % auf 46,40 Dollar. Die Zahlen hätten die durchschnittlichen Prognosen der Analysten getroffen, hieß es.

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