Berkshire Hathaway gewinnt mit Optionen 60 Mill. Dollar
Warren Buffett meidet amerikanische Aktien

Es kam einer Sensation gleich: Auf der Hauptversammlung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway im Mai erklärte der Investmentguru Warren Buffett, dass Berkshire Verkaufsoptionen auf den Standard & Poor?s 500-Index (S&P 500) erworben habe.

Bloomberg OMAHA/NEBRASKA. Für den konservativen Anleger Buffett ist das Investment in Derivate äußerst ungewöhnlich. Aber es hat sich gelohnt. Auf der Hauptversammlung hatte Buffet angekündigt, die Optionen würden Berkshire 60 Mill. Dollar einbringen, wenn der S&P 500 am Montag, dem 1. Juni unter 1 150 Punkten schließe - und genau das hat das Börsenbarometer getan.

Investoren sehen dies als Anzeichen, dass derzeit keine Schnäppchen bei US-Aktien zu machen sind, und das obwohl der Benchmark-Index S&P 500 auf Tiefstständen notiert: der Index liegt 31 Prozent unter seinem Höchststand vom März 2000. "Buffett sagt mit seinem Investment nur, dass der Markt derzeit überbewertet ist", erläutert Kevin Callahan, Analyst bei Century Capital Management. Am Montag fiel der S&P 500 noch einmal um 2,5 Prozent auf 1 040,62 Punkte. Damit liegt der Index für dieses Jahr 9,4 Prozent im Minus. Berkshire Hathaway haben seit Jahresanfang 2,1 Prozent verloren.

Statt in Aktien zu investieren, die im Schnitt mit einem Kurs- Gewinn-Verhältnis von 43 bewertet sind, hat Berkshire Hathaway in jüngster Zeit verstärkt nicht börsengehandelte Gesellschaften übernommen. Buffett, auch das "Orakel aus Omaha" genannt, warnte Anleger, sie sollten nicht zu viel von amerikanischen Aktien erwarten. "Es gibt Zeiträume, in denen die Möglichkeiten gigantisch sind", sagte er auf einer Pressekonferenz nach der Berkshire-Hauptversammlung. "Es gibt sie nur nicht so häufig."

Buffetts Gesellschaft besitzt die Mehrheit der Anteile an der Rückversicherung General Reinsurance und Geico, dem fünftgrößten amerikanischen Autoversicherer. Darüber hinaus hält die Investmentgesellschaft ein Unternehmensportfolio, in dem beispielsweise die Buffalo News, die Fast-Food-Kette Dairy Queen und der Farbenhersteller Benjamin Moore vertreten sind. Berkshire ist zudem der größte Aktionär von Coca-Cola und American Express.

Nachdem er keine Investmentmöglichkeiten gefunden hat, die seinen Kriterien entsprechen, ist der schwerreiche Berkshire-Chairman in den Versicherungssektor ausgewichen. Vor kurzem hat Berkshire 125 Mill. Dollar in eine neue Tochter von Kemper Insurance investiert. Nach Auffassung von Analysten spiegelt das Investment Buffetts Vertrauen in die verbesserte Lage in der Versicherungsbranche nach dem 11. September wider. Die Versicherer verzeichneten im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September eine Schadenssumme von über 50 Mrd. Dollar.

Seitdem haben sie die Preise für Geschäftsversicherungen um mehr als 30 Prozent angehoben.

Buffett und sein Vize Charlie Munger haben bisher immer gegen Derivate gewettert. Sie lehnen diese Finanzinstrumente wegen ihrer geringen Transparenz und ihrer komplizierten bilanzrechtlichen Behandlung ab. Buffett hatte General Re gezwungen, ihr Derivategeschäft zu schließen, nachdem sich kein Käufer für die Sparte gefunden hatte.

Die Wette mit den Put-Optionen sei einer der gelegentlichen Ausflüge Buffetts in Bereiche außerhalb des alltäglichen Geschäftsbetriebs, wenn er davon ausgeht, dass die Marktkräfte für ihn arbeiten, erklärte Keith Trauner, Analyst bei Fairholme Capital Management.

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