Berlin-Besuch
Obama will vor Siegessäule sprechen

Bei seinem Berlin-Besuch will der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, an der Siegessäule eine Rede halten. Offenbar laufen bereits die Vorbereitungen dafür. Obama muss sich unterdessen harscher Kritik aus dem Lager seiner politischen Gegner stellen.

HB BERLIN. Die deutschen Behörden würden sich auf die Pläne entsprechend einstellen, sagte ein Vertreter in Berlin. Geplant sei eine etwa 45-minütige Rede am frühen Abend. Die Vorbereitungen für die Veranstaltungen auf der Straße des 17. Juni, die auf das Brandenburger Tor zuläuft, liefen bereits. Es werde noch am Wochenende eine offizielle Ankündigung aus Obamas Stab geben, der die Veranstaltung auch organisiere. Obama hatte einen Auftritt direkt am Brandenburger Tor erwogen, gegen den aber Bundeskanzlerin Angela Merkel Bedenken angemeldet hatte. Um Konflikte zu vermeiden, hatte Obama Alternativen suchen lassen.

Die geplante Rede des demokratischen Präsidentschaftskandidaten sorgt nun auch in den USA für Streit. Der außenpolitische Berater von Obamas republikanischem Konkurrenten John McCain, Randy Scheunemann, sprach von einer "Wahlkampf-Show". In Deutschland hatten vor allem die Planungen für den Ort der Rede Diskussionen ausgelöst.

McCain-Berater Scheunemann sagte dem Magazin "Der Spiegel", Obama habe mit seiner Entscheidung für Wahlkampf im Ausland "einen engen amerikanischen Verbündeten in eine unangenehme Lage gebracht". "Obama hält seine transatlantische Grundsatzrede in Berlin, bevor er überhaupt mit britischen und französischen Politikern gesprochen hat. Vielleicht sogar, bevor er deutsche Politiker trifft." Obama wird am Donnerstag von Merkel im Kanzleramt empfangen. Anschließend trifft er Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Die Rede vor der Siegessäule sei für 19 Uhr abends geplant, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor sollen die Berliner Obamas Auftritt auf Großbildleinwänden verfolgen können. Zum Auftakt einer umfangreichen Auslandsreise traf Obama am Samstag in Afghanistan ein. In den nächsten Tagen wird er auch in Israel und in Jordanien erwartet. Auch London und Paris stehen auf dem Reiseprogramm. Über einen Besuch im Irak wird weiter spekuliert.

Der Berliner Historiker Michael S. Cullen bezeichnete den Auftritt Obamas in Berlin als politischen "Hochseilakt". "Auf der einen Seite muss er Stellung beziehen, auf der anderen schickt es sich nicht, wenn man Amerika von außerhalb kritisiert", sagte der aus New York stammende Historiker der dpa. Direkte Angriffe auf McCain oder Amtsinhaber George W. Bush seien tabu.

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