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Berlin brach den Bann: Erster Saisonsieg in Lautern

Im siebten Anlauf hat Hertha BSC Berlin den Bann gebrochen und mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert.

dpa KAISERSLAUTERN. Im siebten Anlauf hat Hertha BSC Berlin den Bann gebrochen und mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert.

Während Hertha-Trainer Falko Götz nach dem lang ersehnten ersten Erfolgserlebnis wieder fester im Sattel sitzt, dürfte für FCK-Coach Kurt Jara nach der bereits dritten Heimniederlage und dem Sturz in die Abstiegsregion die Luft auf dem Betzenberg dünner werden. Vor der Lauterer Saison-Minuskulisse von 30 696 Zuschauern erzielten Niko Kovac (18.) und der erst 20-jährige Christian Müller (46.) die Tore zum hochverdienten Hertha-Erfolg.

"Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wir kämpfen um unser eigenes Selbstvertrauen und haben gesehen, dass wir es noch können", sagte Götz, dem die Erleichterung anzusehen war: "Es tut gut, mit drei Punkten zurück nach Berlin zu fahren." Dagegen war die Enttäuschung bei Kollege Kurt Jara "absolut riesengroß. Von hinten bis vorne hat nichts gestimmt. Das war gar nichts und das schlechteste Spiel seit dem 4. Februar, seitdem ich hier bin".

Bei Lautern feierten Torwart Tim Wiese und Bill Tchato, bei Berlin Nationalspieler Arne Friedrich nach langer Verletzungspause ihr Comeback. Herthas Yildiray Bastürk nahm zunächst einen Platz auf der Bank ein und wurde in der 76. Minute für Müller eingewechselt. Beide Mannschaften spielten mit dem selben System mit drei Dreierketten und jeweils nur einer Sturmspitze: Carsten Jancker beim FCK und Fredi Bobic bei den Gästen.

Der Ex-Nationalspieler hatte bereits in der 2. Minute die erste Großchance zur Gästeführung, doch Bobic köpfte Malik Fathis Flanke über das Tor. Besser machte es eine Viertelstunde später Kovac, der einen Eckball des kreativen Marcelinho per Kopf zu seinem ersten Saisontor verwertete, wobei Tchatos Rettungsversuch hinter der Torlinie fehlschlug.

Seinen zweiten Treffer hätte Kovac in der 38. Minute fast ins eigene Tor erzielt, als er einen Eckball von Ferydoon Zandi mit dem Kopf abfälschte und Bobic vor der Torlinie klärte. Eigene Chancen hatten die viel zu umständlich agierenden Lauterer vor der Pause nur durch Dimitrios Grammozis (7.) und Hervé Lembi (22.), während Marcelinho in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bei einem seiner gefürchteten Freistöße in Wiese seinen Meister fand.

Auch nach dem Wechsel boten die Berliner den spielerisch ansehnlicheren Fußball, der nur 45 Sekunden nach Wiederanpfiff zum Erfolg führte. Nach einem haarsträubenden Fehler von FCK-Kapitän Timo Wenzel, der unbedrängt über den Ball schlug, hatte Müller freie Bahn und "tunnelte" den machtlosen FCK-Keeper Wiese zum 2:0.

Jara reagierte, brachte mit Selim Teber für Tchato und Jürgen Gjasula für Grammozis zwar zwei Offensivkräfte, ohne dass sich wesentliches an den harmlosen und ideenlosen Angriffsbemühungen der Pfälzer änderte. Im Gegenteil: Bobic hatte in der 59. Minute das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Wiese. Die frustrierten Pfälzer Fans reagierten am Ende die Enttäuschung über die unbedarfte Leistung ihrer Mannschaft mit sarkastischen Gesängen ab: "Oh, wie ist das schön." Zum Schluss forderten sie sogar: "Jara raus!"

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