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Berlin sichert Transrapid-Lieferungen ab

ink/mg/na BERLIN/PEKING. Die Bundesregierung wird den Bau weiterer Transrapid-Strecken in China mit Hermes-Exportbürgschaften absichern - auch wenn dies ein Engagement in Milliardenhöhe erfordert. Das hat Bundesfinanzminister Hans Eichel zugesagt. Er reagierte damit auf eine Äußerung des chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji, der den möglichen Bau einer 1 250 Kilometer langen Transrapid-Strecke in Aussicht gestellt hatte. Die Bundesregierung hat bereits für den Bau der 31 Kilometer langen Flughafenanbindung in Schanghai eine Kreditbürgschaft in Höhe von 1,044 Mrd. DM übernommen. In der chinesischen Metropole bauen die Unternehmen ThyssenKrupp und Siemens zusammen mit einem Mittelstandskonsortium sowie chinesischen Partnern die erste kommerziell genutzte Magnet-Schwebebahnstrecke der Welt.

Eichel betonte, weitere Finanzzusagen werde die Bundesregierung zur Zeit nicht machen. Für den Bau der Flughafenanbindung in Schanghai stellt die Bundesregierung neben den Bürgschaften Zuschüsse in Höhe von 200 Mill. DM bereit. Am Donnerstag besuchte Eichel zusammen mit seinem Kollegen Xiang Huaicheng die Transrapid-Teststrecke im emsländischen Lathen.

Der Transrapid wird damit endgültig zu einem zentralen Projekt der bilateralen Zusammenarbeit. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig hatte bei einem Besuch in Peking am Vortag ein bilaterales Memorandum über eine engere Kooperation bei der Transrapid-Entwicklung unterzeichnet, der vor allem einen Know-How-Transfer vorgesieht. Die Bundesregierung ist vor allem an Erfahrungen aus der ersten kommerziellen Anwendung der Magnetschwebebahn interessiert. Im Gegenzug wird die chinesische Seite Daten der Versuchsanlange in Lathen erhalten.

Die Bundesregierung drängt nicht nur wegen möglicher weiterer Entscheidungen für die Magnetschwebebahntechnik in den USA und in Deutschland auf schnelle Fortschritte im China-Geschäft. Denn 2003 werden zwei der stärksten Befürworter des Transrapid-Technologie in China, Ministerpräsident Zhu und der Bürgermeister von Schanghai, Xu Kuangdi, aus ihren Ämtern scheiden. Bis dahin soll die Entscheidung über den Bau weiterer Strecken gefallen sein.

Mit Blick auf einen Einsatz des Transrapid in Deutschland sagte Bundesverkehrsminister Bodewig: "Ich bin sehr optimistisch, dass die Technologie Anwendung findet." ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz rechnet fest damit, dass sowohl der Metrorapid in Nordrhein-Westfalen als auch die Transrapidstrecke zwischen dem Flughafen München und der Innenstadt der Bayern-Metropole gebaut wird. In den USA rechnet sich das Konsortium ebenfalls Chancen aus. Schulz bezeichnete in Peking die Flughafenstrecke Pittsburgh und die Verbindung Baltimore-Washington D.C. als "die beiden heißesten". Geprüft wird darüber hinaus der Bau einer Transrapid-Strecke in den Niederlanden.

In Schanghai soll der Transrapid auf der Flughafenanbindung zwar Anfang 2003 zum ersten Mal schweben - der reguläre Betrieb wird jedoch voraussichtlich erst im folgenden Jahr beginnen. Am 30. Juni 2000 war während eine Besuchs von Bundeskanzler Gerhard Schröder in China die Machbarkeitsstudie für den Bau der Flughafenanbindung Schanghai vereinbart worden Im Januar diesen Jahres schlossen dann die an dem Bau beteiligten deutschen Unternehmen Verträge mit chinesischen Partnern.

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