Berlin und Düsseldorf befinden sich in der Kaufphase
IVG will mit Immobilienverkauf Ergebnisniveau halten

Die Immobiliengesellschaft IVG Holding AG hat in den ersten neun Monaten 2001 einen Gewinnrückgang verzeichnet, erwartet für das Gesamtjahr aber ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe.

Reuters DÜSSELDORF. Im vierten Quartal stehe der Verkauf einer größeren Immobilie - voraussichtlich in London - an, deren Erlös noch 2001 ergebniswirksam werde, begründete Vorstandschef Eckart John von Freyend am Dienstag in Düsseldorf seinen Optimismus, wieder 62 Mill. Euro nach Steuern zu erreichen. Durch den neuen Mehrheitsaktionär WCM sehe sich IVG nicht in seiner Eigenständigkeit beeinträchtigt. Von Freyend kündigte ein größeres Engagement bei Immobilienfonds an. Eine Entscheidung über den Bau des neuen Berliner Flughafens könnte innerhalb des nächsten halben Jahres fallen.

IVG sei zwar inzwischen auf den größten Immobilienmärkten Europas vertreten, wolle sich aber auf die Zentren Zürich/Genf und Amsterdam/Rotterdam ausdehnen, sagte von Freyend. Beide befänden sich im europäischen Immobilienmarktzyklus in der Aufschwung- und damit Kaufphase. London habe in diesem Zyklus dagegen die Spitze erreicht, Paris stehe kurz davor. In diesen Städten sollte man Immobilien eher verkaufen. In Deutschland befinden sich Berlin und Düsseldorf in der Kaufphase, Frankfurt dagegen in der Verkaufsphase. Von Januar bis September erzielte IVG ein Ergebnis nach Steuern von 34,5 Mill. Euro nach 43,3 Mill. Euro im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz sank auf 205,2 (265,3) Mill. Euro. Im Gesamtjahr werde IVG voraussichtlich einen Gewinn nach Steuern von 62 Mill. Euro und damit in Höhe des Vorjahres ausweisen, hieß es.

Das Projekt Großflughafen Berlin-Schönefeld ist von Freyend zufolge inzwischen in der "heißen Phase". Innerhalb des nächsten halben Jahres dürfte sich entscheiden, ob der neue Großflughafen von dem aus IVG und Hochtief gebildeten Konsortium gebaut werde oder nicht. Von Freyend widersprach der Kritik an dem jüngsten Angebotspreis für Bau und Betrieb des Flughafens. Das jüngste Angebot gehe schließlich statt der anfangs in Anrechnung gebrachten 16 DM Passagiergebühr inzwischen nur noch von zehn Mark aus. Die Höhe des Angebotes bezifferte von Feyend nicht. In Kreisen der Eigentümer-Gesellschaft Berlin-Brandenburg Flughafen-Holding (BBF) war von 50 Mill. DM die Rede gewesen. Die BBF hat das Angebot des Industriekonsortiums als nicht verhandlungsfähig bezeichnet. Hochtief und IVG hatten nach langem Streit ein Konsortium gebildet und sind nun die einzigen Bieter für das Projekt.

Immobilienfondsgeschäft soll ausgedehnt werden

Von Freyend zeigte sich mit der Mehrheitsübernahme der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG an IVG zufrieden: "Es ist zu begrüßen, dass wir starke institutionelle Strukturen haben." WCM hatte ihre Beteiligung an IVG Anfang November von einer Minderheitsposition auf die Mehrheit aufgestockt und erklärt, IVG nicht seiner eigenen Immobiliensparte, sondern seiner Beteiligungssparte zuordnen zu wollen. Das spreche für die Beibehaltung der Eigenständigkeit von IVG, sagte von Freyend.

Ausdehnen will IVG nach den Worten seines Vorstandschefs das Immobilienfondsgeschäft. Offene Fonds als große Kapitalsammelstellen für Immobilien entwickelten sich zu einem immer wichtigeren Instrument der Immobilienanlage. Von Freyend kündigte daher die Aufstockung der IVG-Beteiligung an Anbietern solcher Fonds, der Hannover Leasing (derzeit 25 Prozent) und an der Wert-Konzept (derzeit 40 Prozent) an.

Im Frankfurter Xetra-Handel notierten IVG-Aktien am Dienstagnachmittag in einem knapp behaupteten Markt mit 12,33 Euro um 0,16 Prozent leichter.

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