Berlin und Osten beliebt
Deutschland-Tourismus im Aufwind

dpa FREUDENSTADT. Auch ein verregneter Sommer hat dem Deutschlandtourismus nichts anhaben können. Nach dem Rekordjahr 1999 mit über 300 Mill. Übernachtungen zeigt die Tendenz auch in diesem Jahr nach oben. Wie der Deutsche Tourismusverband (DTV) beim Tourismustag in Freudenstadt mitteilte, stieg die Zahl der Übernachtungen trotz teils schlechten Wetters von Januar bis Juli um 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 183,1 Mill.. Die meisten (161 Millionen) waren deutsche Gäste, 22 Millionen kamen aus dem Ausland.

Deutschland ist noch immer vor Spanien das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger. Der Trend zu häufigeren und kürzeren Reisen hält an: Letztere machen fast die Hälfte aller Inlandsurlaube aus. Generell gab es wegen schlechten Wetters keine Stornierungen schon gebuchter Urlaube. Nutznießer des kühlen Wetters waren die Städte, die einen regen Zulauf von Kurzurlaubern hatten. Damit Deutschland trotz ausländerfeindlicher Anschläge gastfreundlich bleibt, hat der Verband vor kurzem zu einer Kampagne gegen Rechts aufgerufen.

Love Parade ist Publikumsmagnet

Bei Übernachtungen aus dem Inland legte Berlin mit seinen 170 Museen und 1 400 Veranstaltungen pro Tag um 30,7 % zu. Ein Publikumsmagnet war die Love Parade mit über einer Million Besuchern. Großen Zuwachs verzeichnete der Osten. Bei den Flächenländern führt Mecklenburg-Vorpommern mit 23 % mehr Übernachtungen die Hitliste an. Weitere Gewinner waren Sachsen (plus 8,4 %), Bremen (8,1 %) sowie Brandenburg und Hessen (je 7,5 %).

Baden-Württemberg steigerte seine Übernachtungszahlen mit inländischen Gästen wie auch Hamburg um 3,9 %, Bayern um 3,8 %, Niedersachsen um 5,4 %, Nordrhein-Westfalen um 3,7 %, Rheinland-Pfalz um 3 %, das Saarland um 5 %, Sachsen-Anhalt um 1,5 %, Schleswig-Holstein um 1,9 und Thüringen um 4,4 %.

Mecklenburg-Vorpommern bei Radfahrern beliebt

Mecklenburg-Vorpommern hatte es den Radfahrern angetan. Im Schwarzwald waren Erlebnisparks und Dampffahrten der Bahn gefragt, in Ostbayern Glashüttenführungen. Dort sprossen wegen des kühlen Wetters viele Pilze, die "Schwammerlsucher" kamen auf ihre Kosten. In der Lüneburger Heide lockte die schönste Heideblüte seit zehn Jahren Besucher an, die auch wegen der Expo in die Gegend gekommen waren.

Mit nur geringem Zuwachs mussten sich die Küstenregionen der Nordsee begnügen. Die Besucherzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,9 %. Vor allem Strandkorbvermieter, Pavillons und Souvenirbuden hatten - wie die Kommunen wegen fehlender Einnahmen bei den Strandtageskarten - das Nachsehen.

2,6 Millionen Beschäftigte in der Tourismuswirtschaft

Die Tourismuswirtschaft zählt rund 2,6 Millionen Beschäftigte. Sie hat einen Jahresumsatz von 270 Mrd. DM (140 Mrd. Euro). Der DTV ist der Interessenverband des öffentlichen Tourismus. Er vertritt mehr als 6 000 Städte und Gemeinden. Auch der ADAC und die Deutsche Bahn AG sind Mitglieder der Organisation.

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