Berlin will Handel mit US-Werten stärken
Consors steigt bei Nasdaq-Europe ein

Nach Informationen des Handelsblatts will sich die Nasdaq Europe mit der Berliner Börse verbünden. Außerdem beteiligt sich der Online-Broker Consors über seine Tochtergesellschaft Berliner Effektengesellschaft (BEG) mit einem geringen Prozentsatz am europäischen Arm der Nasdaq.

FRANKFURT/M. Die BEG ist die führende Maklergesellschaft an der Berliner Börse. Das Unternehmen fungiert als Skontroführer für 6 000 Aktien, darunter rund 4 400 amerikanische Titel. Ab dem Frühjahr wird die BEG als Market Maker für amerikanische und deutsche Titel an der Nasdaq Europe agieren.

Die Nasdaq ist seit längerem auf der Suche nach Partnern in Deutschland. Die Amerikaner hatten im Frühling die Easdaq-Börse in Brüssel übernommen und wollen nun den europäischen Handel mit US-Aktien auf ihrer Plattform bündeln. Im Sommer wurden acht internationale Großbanken als Partner gewonnen, wobei deutsche Namen allerdings fehlten. Mit BEG/Consors wird diese Lücke nun geschlossen.

Eine starke Präsenz in Deutschland als größtem EU-Land ist für den Erfolg von Nasdaq Europe, die unter sehr geringen Umsätzen leidet, von hoher Bedeutung. In Frankfurter Finanzkreisen ist zu hören, dass die Nasdaq auch mit anderen deutschen Banken verhandeln soll. Die Gespräche mit der Dresdner Bank sollen auf gutem Weg sein, heißt es. Die Dresdner Bank wollte dies gestern nicht kommentieren.

Für BEG/Consors bedeutet die Verbindung mit der Nasdaq eine strategische Neuausrichtung. Consors hatte vor einiger Zeit die BEG übernommen. Ziel war es, die komplette Wertschöpfungskette vom direkten Kontakt mit dem Kunden bis hin zum Handel der Wertpapieraufträge an der Börse anzubieten. Parallel sollte die Berliner Börse zur Leitbörse für Privatanleger ausgebaut werden. Um diese Pläne ist es in letzter Zeit allerdings ruhiger geworden. Auch die geplante Beteiligung von Consors an der Berliner Börse AG ist vom Tisch.

Für die Berliner Börse würde eine Kooperation mit der Nasdaq einen erheblichen Prestige-Gewinn bedeuten. Im Konkurrenzkampf der deutschen Regionalbörsen, die alle unter dem Vormarsch des Xetra-Handelssystems der Deutschen Börse AG in Frankfurt leiden, könnte dies ein Pluspunkt sein. Konkret verspricht sich Berlin mehr Liquidität im Handel mit amerikanischen Aktien. Dass ausgerechnet Berlin mit der Nasdaq kooperieren dürfte, wird in Finanzkreisen auf die guten US-Kontakte von Jörg Franke, Aufsichtsratmitglied der Berliner Börse, und Consors-Chef Reto Francioni zurückgeführt. Beide gehörten früher einmal dem Vorstand der Deutschen Börse an.

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