Berliner Feuerwehr im Ausnahmezustand
Achtes Unwetter-Todesopfer

Nach dem verheerenden Unwetter vom Mittwochabend in Berlin und Brandenburg hat es ein achtes Todesopfer gegeben. Die Berliner Feuerwehr blieb auch am Freitag weiter im Ausnahmezustand.

HB BERLIN/POTSDAM. Am Morgen nach dem zerstörerischen Sturm erlitt ein 67- Jähriger im brandenburgischen Schlenzer in seinem Keller einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zuvor hatte ein Baum ein Elektrokabel des Einfamilienhauses durchgerissen, so dass Strom über die Heizanlage in die Wasserleitung floss. Das Unwetter mit orkanartigen Böen hatte in kurzer Zeit einen Millionenschaden verursacht. Noch am Freitag dauerten die Aufräumarbeiten an. In Berlin wehten die Flaggen an öffentlichen Gebäuden aus Trauer um die Opfer auf Halbmast.

In der Hauptstadt hatte der Orkan mit Spitzengeschwindigkeiten von bis 152 Kilometern pro Stunde vier Menschen in den Tod gerissen, darunter zwei Jugendliche, die bei einem Zeltlager auf der Insel Schwanenwerder getötet wurden. Mit dem jüngsten Opfer starben auch in Brandenburg vier Menschen. Da die genauen Todesumstände bei dem 67- Jährigen nicht sofort geklärt werden konnten, war er zunächst nicht zu den Unwetter-Opfern gezählt worden.

Die Berliner Feuerwehr blieb auch am Freitag weiter im Ausnahmezustand, um die fast 2700 umgestürzten Bäume wegzuräumen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigte sich am Freitag überzeugt, dass die Hilfskräfte alles gegeben hätten, um die zeltenden Jugendlichen in Sicherheit zu bringen. Es werde aber Prüfungen geben, um für die Zukunft gerüstet zu sein, sagte Wowereit im SFB-Fernsehen. Mit Blick auf das Unglück auf Schwanenwerder hatte die Feuerwehr wiederholt darauf hingewiesen, dass es zwar Warnungen gab, aber niemand mit der Wucht des Unwetters habe rechnen können.

Nach einer vorläufigen Bilanz vom Freitag musste die Berliner Feuerwehr seit der Sturmnacht 2364 Mal ausrücken. Schwerpunkte waren nach Angaben eines Sprechers herabgestürzte Bäume und Äste. Darüber hinaus mussten lose Bauteile, Antennen und Dachteile gesichert oder entfernt werden. In Teilen Brandenburgs sollten Aufräumarbeiten vereinzelt bis in die kommende Woche hinein dauern. Mancherorts waren Haushalte noch ohne Strom.

Das am Mittwochabend auf dem Flugplatz Werneuchen nördlich von Berlin notgelandete Flugzeug der Swiss wurde durch den Aufprall auf einen Meter hohen Erdwall stark beschädigt. Dieses Hindernis habe der Pilot im Unwetter nicht erkennen können, teilte das Luftfahrtunternehmen am Freitag in Basel mit.

Im Bahnverkehr sind nach einer ersten Bilanz durch das Unwetter 430 Züge ausgefallen oder kamen verspätet an. Nach stundenlangen Sperrungen hatte sich der Bahnverkehr am Freitag weitgehend normalisiert.

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