Berliner Meerestechniker entwickeln neuen Ölskimmer
Schiff kratzt ausgelaufenes Öl von der Oberfläche ab

Ausgelaufenes Öl verseucht die Strände Spaniens. Der hohe Wellengang behindert die Säuberung der Meeresoberfläche. Mit einer neuen Technik, die in Berlin entwickelt wurde, könnte der Ölteppich effektiver beseitigt werden.

clo/hsn BERLIN. "Die Ölpest vor der spanischen Küste könnte effektiver bekämpft werden", sagt Günther Clauss, Professor für Meerestechnik in Berlin. Hoher Wellengang, der durch Herbststürme verursacht ist, behindert die Säuberung der Meeresoberfläche. Die Forscher vom Institut für See- und Landverkehr der Technischen Universität Berlin haben eine Lösung entwickelt, mit der unabhängig vom Seegang das auf dem Wasser treibende Öl abgekratzt werden kann.

Herkömmliche Ölabschöpfungssysteme können nach Aussage des Forschers nur schwer im nahen Küstenbereich und bei hohem Seegang operieren. Schiffe wie die deutsche "Neuwerk", die den Ölteppich des havarierten griechischen Tankers "Prestige" absaugen soll, haben ab einem Wellengang von gut einem Meter keine Chance mehr. Dann vermischt sich das Wasser zu stark mit der Ölschmiere und kann nicht mehr getrennt werden.

Der Ölskimmer, der von den Berlinern entwickelt wurde, schöpft nicht wie bei den bisher üblichen Schiffen das Öl von der Wasseroberfläche ab, sondern drückt es zunächst beim Fahren unter den Rumpf. Unter ihm strömt das Öl-Wasser-Gemisch zu einer Separationsklinge, die, wie die Klinge eines Nassrasierers, den Ölfilm vom Wasser trennt. Je nach Schwere der Verschmutzung ist das horizontal installierte Messer variabel einstellbar.

Weil das Schiff dem Seegang folgt, zerstören keine Verwirbelungen den homogenen Schmierfilm, der gewissermaßen abgeschnitten wird. Eine Abrisskante am Schiffsrumpf sorgt dafür, dass ein Wirbel entsteht, der das leichtere Öl nach oben in einen Ansaugschacht zieht. Das abgetrennte Öl wird dann in einen Behälter auf Deck gepumpt. "Mit unserer Technik kann die mit Öl verschmutzte Wasseroberfläche zwar auch nicht besenrein gesäubert werden", räumt der Berliner Meerestechniker ein. Doch 60 bis 70 % des Öls ließe sich schon entfernen. Nach Aussage der Entwickler wäre das System einsatzbereit. Der Skimmer könnte auch in übliche Ölbekämpfungsschiffe nachträglich eingebaut werden. Ideal wäre allerdings ein Katamaran, weil zwischen den beiden Rümpfen das Wasser kaum verwirbelt.

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