Berlusconi kriegt Konkurrenz
„Krieg der Fernsehanstalten" in Italien

dpa ROM. Der italienische Medienmagnat und Spitzenpolitiker Silvio Berlusconi bekommt Konkurrenz auf dem privaten Fernsehmarkt. Die Telecom-Italia-Tochter Seat-Tin.it hat die Fernsehsender Telemontecarlo und Telemontecarlo 2 der Mediengruppe Cecchi Gori gekauft. "Krieg der Fernsehanstalten", titelte die Zeitung "La Repubblica" am Dienstag.

Nach italienischen Angaben entsteht eine Multimedia-Holding mit TV-Sendern, Telefon und Internet für rund 20 Mill. Familien als potenzielle Nutzer. Der Kaufpreis wird mit 750 Mrd. Lire (750 Mill. DM) angegeben.

Bisher teilten sich das staatliche Fernsehen RAI und die Mediaset - Gruppe Berlusconis etwa zur Hälfte den italienischen TV-Markt. "Jetzt kommt das Fernsehen der Linken", meinten Gegner des neuen Projekts. Dies sei nicht nur eine Attacke gegen Mediaset, sondern ein "Attentat auf die Demokratie", protestierte der frühere Innenminister Roberto Maroni. Seine Liga Nord tritt bei den Parlamentswahlen im Frühjahr 2001 mit Berlusconis rechtsgerichteter "Freiheitsallianz" an. "Mehr Wettbewerb kann nur Vorteile für die Verbraucher bringen", sagte dagegen der für Kommunikation zuständige Minister Salvatore Cardinale.

Die Fusion des Gelbe-Seiten-Herausgebers Seat Pagine Gialle (Turin) mit dem Internet-Provider Tin.it soll Ende der Woche besiegelt werden. Danach wird Seat mehrheitlich von Telecom Italia kontrolliert werden. Die italienische Kartellbehörde hat die Fusion bereits genehmigt.

Seat hat sich nach Angaben der Fachpresse zunächst 75 % an den TV-Aktivitäten der Cecchi-Gori-Gruppe gesichert, könne jedoch noch im Jahr 2001 die vollständige Kontrolle übernehmen. Die Mulitmedia-Holding wende sich an ein "junges und dynamisches Publikum", das im Internet surfe und vor allem an Sport, Musik und Kino interessiert sei.

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