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Berlusconi und Gaddafi gemeinsam gegen Schlepper

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi zu einer Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Einwanderung und Schlepperbanden gedrängt. Der Regierungschef war von seinem Urlaubssitz auf Sardinien nach Libyen geflogen.

dpa ROM. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi zu einer Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Einwanderung und Schlepperbanden gedrängt. Der Regierungschef war von seinem Urlaubssitz auf Sardinien nach Libyen geflogen.

Bei einem mehrstündigen Treffen mit Gaddafi nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis sagte Berlusconi, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern sollte Europa und Afrika als Vorbild dienen. Das Problem betreffe beide Kontinente, betonte Berlusconi nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Berlusconi wurde von Innenminister Giuseppe Pisanu begleitet, der im September zu weiteren Gesprächen nach Libyen reisen will. Italien hofft, ein Abkommen mit Tripolis schließen zu können. Italien strebt vor allem gemeinsame italienisch-libysche Patrouillen entlang der libyschen Küste an.

Der italienische Europaminister und designierte EU-Kommissar für Sicherheit, Recht und Freiheit, Rocco Buttiglione, hat unterdessen für ein Mittelmeerabkommen mit den Anrainerstaaten und der EU plädiert. Es sei ein allgemeines Regelsystem notwendig, sagte Buttiglione am Donnerstag im Deutschlandradio Berlin. Er sprach sich auch für die von Bundesinnenminister Otto Schily vorgeschlagene Errichtung von Auffanglagern für Flüchtlinge in Nordafrika aus. Dies wäre nicht völkerrechtswidrig, betonte Buttiglione.

Jedes Jahr schicken Schlepper tausende illegale Einwanderer aus Afrika und Asien von der libyschen Küste aus über das Mittelmeer nach Italien. Zuletzt hatten am Dienstag 275 Flüchtlinge an Bord eines Fischkutters die südlich von Sizilien gelegenen italienische Insel Lampedusa erreicht.

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