Berlusconi wiederholt Bedrohungsvorwürfe
Ciampi fordert Kandidaten zu mehr Sachlichkeit auf

Der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi hat die Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten am Samstag zu mehr Sachlichkeit aufgefordert.

ap ROM. Einen Tag nachdem sich der konservative Spitzenkandidat Silvio Berlusconi über Drohungen und Übergriffe beklagt hatte sagte Ciampi, eine politische Debatte über die eigentlichen Themen könnte Vertrauen und Abgeklärtheit in die politische Arena zurückbringen. Die Vorwürfe Berlusconis werde er genau verfolgen.

Unterdessen eröffnete das Mitte-links-Bündnis mit seinem Spitzenkandidaten Francesco Rutelli in Rom eine zweitägige Wahlkampfversammlung. Der frühere Bürgermeister der Stadt versprach, künftig für eine stabilere Regierung zu sorgen. Ministerpräsident Giuliano Amato und dessen Vorgänger Massimo D'Alema hätten zugesagt, an einer Regierung unter seiner Führung mitzuarbeiten, sagte Rutelli. Für die Wahlen am 13. Mai gab er sich trotz anders lautender Umfragen zuversichtlich: "Wir werden die Wahl gewinnen", sagte er Reportern.

Berlusconi nannte in einer Pressekonferenz am Samstag den Auftritt Rutellis ein bedrückendes Volksfest und kündigte an, er werde sein Wahlprogramm in der kommenden Woche vorstellen. Zuvor hatte er in einem Fernsehinterview die Anschuldigungen vom Vortag wiederholt. Er sei Ziel einer Hasskampagne, die ihn dazu zwinge, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken und Wahlveranstaltungen abzusagen. Abgeordnete seiner Partei Forza Italia seien angegriffen, Parteigebäude verwüstet und Wahlstände in Brand gesteckt worden.

Auch gegen Rutelli habe es Drohungen gegeben, hieß es aus dessen Wahlkampfzentrale. Allein in der vergangenen Woche seien zwei ziemlich schwerwiegende Drohungen eingegangen. Allerdings sei das nichts Neues. Rutelli müsse sich sowieso immer unter Bewachung bewegen, sagte einer seiner Mitarbeiter.

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