Berlusconi zeigt kein Interesse
Sendeschluss für Leo Kirch

Leo Kirch verabschiedet sich offenbar ganz aus seinem Unternehmen Kirch Media. Am Mittwoch verlautete aus dem Konzern, Kirch habe kein Interesse an einer Minderheitsposition.

jojo/cbu/dpa MÜNCHEN. Derzeit würden Gespräche darüber geführt, wie der 75-Jährige entschädigt werden könnte. Noch hält der Gründer mit seinem Sohn Thomas 80 % an seiner Kernfirma. Sollte es zu der geplanten Kapitalerhöhung von bis zu 800 Mill. Euro kommen, sinkt Kirchs Anteil auf unter 50 %.

Gleichzeitig laufen die Verhandlungen zwischen Banken und den übrigen Kirch-Media-Gesellschaftern auf Hochtouren. Die Geldinstitute wollen frisches Kapital nur dann zuschießen, wenn ein Zukunftskonzept auf dem Tisch liegt. "Mit jedem Tag, der verstreicht, wird der Druck im Kessel größer", heißt es. In den nächsten Tagen droht Kirch offenbar wegen weiterer Zahlungsverpflichtungen die Insolvenz. Hilfe von Kirch-Gesellschafter Mediaset und Silvio Berlusconi ist zudem nicht zu erwarten. "Wir haben nicht die Absicht, noch mehr Geld in Kirch hineinzustecken", sagte Mediaset-Chef Fedele Confalonieri am Mittwoch. Als interessiert gilt weiter der Australier Rupert Murdoch.

Die SPD will sich nicht in den Rettungskampf um das Medienimperium einschalten. "Die Politik kann das nicht beeinflussen. Wir wollen das auch nicht beeinflussen", sagte der Bundestagsfraktionsvorsitzende Peter Struck am Mittwoch in Berlin. Allerdings sehe er mit Sorge, dass die Medienkonzerne von Murdoch und Berlusconi Einfluss bekommen könnten.

Die Banken hoffen nach Informationen aus Branchenkreisen darauf, dass die Medienkonzerne von Murdoch und Berlusconi zusammen mit den anderen Gesellschaftern einen möglichst hohen Anteil an der Kirch-Media übernehmen. "Je mehr, desto besser", hieß es.

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