Bernotat muss Konzern integrieren
Ein Ölmanager tritt an die Eon-Spitze

Wulf Hinrich Bernotat hatten nur wenige auf der Rechnung, als der Eon-Aufsichtsrat Mitte vergangenen Jahres den künftigen Vorstandsvorsitzenden ernannte. In Fachkreisen galt der promovierte Jurist aber schon länger als Favorit für die Nachfolge von Ulrich Hartmann.

HB/dpa DÜSSELDORF. Schließlich hatte er sich mit seiner Arbeit als Vorstandschef der E.On-Logistiktochter Stinnes für den Posten empfohlen: Er entrümpelte die verstaubten Handelskonzern, brachte das Unternehmen an die Börse und lieferte bei der Konzernmutter die besten Ergebnisse ab.

Mit dem Abschied von Ulrich Hartmann als Vorstandsvorsitzender des größten europäischen Energiedienstleisters beginnt für den gebürtigen Niedersachsen Bernotat die bislang größte Herausforderung. 20 Jahre lang hatte der 54-jährige Manager in unterschiedlichen Positionen und verschiedenen Ländern beim Ölkonzern Shell gearbeitet, bevor er 1996 zur Eon-Tochter Veba Oel kam. Bei Shell arbeitet er lange Zeit mit Harry Roels, dem heutigen Vorstandschef des Essener Energiekonzerns RWE, eng zusammen.

Anders als seine Vorgänger ist Bernotat kein Eon-Eigengewächs. Er hat als Quereinsteiger den Sprung an die Konzernspitze geschafft. Diejenigen, die ihn kennen, beschreiben ihn als wissbegierig, offen und unprätentiös. Sachlich, nüchtern und zweckmäßig sowie teamfähig, flexibel und entscheidungsstark - beschrieb er selbst einmal sein Wesen. Äußern über seine Ziele als Eon-Chef will er sich noch nicht. Erst will Bernotat, der verheiratet und Vater von zwei Töchtern ist, den Konzern gründlich kennen lernen.

Geholfen auf dem Weg nach oben hat auch seine Karriere auf internationalem Terrain. Der Energieriese Eon versteht sich selbst als ein global ausgerichtetes Unternehmen. Da passt es gut, dass sich der Konzernchef fließend in vier Sprachen verständigen kann. Doch eine seiner ersten Aufgaben in den kommenden Monaten findet statt zwischen Düsseldorf und Essen: Unter der Führung von Bernotat, dem passionierten Golfspieler und Liebhaber mediterraner Lebensweisen, muss Eon den milliardenschweren Zukauf des Ferngasimporteurs Ruhrgas verdauen und zwei Unternehmenskulturen zusammenführen.

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